191
ungluͤcklichen Leib zerſchellte. Auch die anderm
Diener auf Scharzfels waren tief ergriffen und ihr feuchtes Auge hatte bekundet, welchen tie⸗ fen Eindruck der ſchmaͤhliche Tod ihres Ge⸗ noſſen auf ſie gemacht hatte. Um ſo mehr mußte ſich aber Segeſt wundern, als beim Anbruch des Tages Kuno, der treue Knappe von der Rudelsburg, mit feſtem Willen ver⸗
langte, daß man ihn hinaus in das Lager
der Feinde laſſe. Noch einen Verſuch wollte er machen, das harte Herz des alten Bruno zum Mitleid zu bewegen und es ſchien dem
Grafen Segeſt, als ob der treie Diener ganz
beſondere Gruͤnde fuͤr das Gelingen dieſes
Ganges habe. Dennoch wurden ihm ernſtliche
Vorſtellungen gemacht und auf Marbods Schick⸗
ſal hingedeutet; doch alles war vergeblich und
nach kurzer Zeit ſchritt die ſchlanke Geſtalt den gruͤnen Pfad hinab zum Lager. Klopfen⸗
den Herzens ſchauten die Scharzfelſer ihMm
nach, bis er ihren Augen entſchwand.


