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Der treue Knappe am Kreuz oder: Der blutige Gang zur St. Johannniskapelle : Rittergeschichte aus der grauen Vorzeit / von F. Thalheim
Entstehung
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In ſeinem Zelte ruhte auf zottigem Baͤ⸗ renfell der alte Rudelsburger; die Vorhaͤnge des Leinenhauſes waren tief hernieder gelaſſen und nur ein glimmender Kohlenhaufen er⸗ leuchtete ſchwach das Innere deſſelben. Wild ſtierte der Alte vor ſich hin, Panzer und Helm lagen unordentlich neben ihm und die Rechte ſpielte nachlſſig mit dem Griffe des unge⸗

heuren Schlachtſchwertes. Da trat Dedo von

Saaleck zu ihm heran und begann im Aus⸗

drucke herben Spottes: „Was hat Euch ploͤtz⸗

lich alſo entmuthigt, daß Ihr dumpf und tief⸗ ſinnig den Blick zur Erde ſenkt? Könnt Ihr vielleicht des Soͤhnleins nicht vergeſſen, den

Euch der Feinde Hand erſchlug, denkt Ihr

durch nutzloſes Bruͤten ſeinen entflohenen Geiſt zuruͤckzurufen? Ich ſelbſt würde zum Heim⸗ zuge rathen, denn mich jammern die Meinen, die vergeblich ihr Leben aushauchten, vergeb⸗ lich ihre Schaͤdel einſtießen an jenen ver⸗ dammten Mauern. Aber ihr Blut moͤchte ich erſt fließen ſehen, meinen Bruder Benno