Teil eines Werkes 
16. bis 19. Bändchen (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

213

warum Lady Rockminſter geruhte, die Botſchafterin zu machen.

Es iſt nicht nothwendig, auf die nun folgende Un⸗ terhaltung einzugehen, oder des weitern zu erzählen, wie Ihre Herrlichkeit eine Unterhandlung beſchloß, welche in Wohrheit erträglich leicht war. Es lag kein ver⸗ nünftiger Grund vor, warum Pen nicht nach ſeinem und ſeiner Mutter Wunſch heirathen ſollte, und was Lady Rockminſter betrifft, ſo unterſtützte ſie die Heirath mit Andeutungen, welche ein ſehr großes Gewicht bei dem Major hatten, von denen wir aber nichts ſagen, weil Ihre Herrlichkeit (natürlich jetzt hoch betagt) noch lebt, und die Familie ärgerlich werden könnte; kurz, der alte Gentleman war ganz bewältigt von der entſchiede⸗ nen Gnade der Lady und ihrer Zärtlichkeit für Laura. Nichts konnte in der That ſchmeichelhafter und freund⸗ licher ſein, als Lady Rockminſters ganzes Benehmen außer einem Augenblick, wo der Major davon ſprach, daß ſein Junge ſich wegwerfe, worauf ihre Herrlichkeit in einen kleinen Sermon ausbrach, in welchem ſie dem Major zu verſtehen gab, was der arme Pen und ſeine Freunde in aller Demuth anerkennen, daß Laura um tauſend Procente zu gut für ihn ſei. Laura könnte die Gemahlin eines Königs ſein — Laura ſei ein Muſter von Tugend und Vortrefflichkeit. Und man muß ge⸗ ſtehen, daß, als Major Pendennis fand, daß eine Lady vom Range der Gräfin von Rockminſter Miß Bell in allem Ernſt bewunderte, er ſogleich begann, ſie gleich⸗ falls zu bewundern.

Als daher Herr Froſch erſucht wurde, in Lady Rockminſters Gemächer hinauf zu gehen und Miß Bell und Mr. Arthur Pendennis zu benachrichtigen, daß der Major ſie empfangen würde und Laura erröthend und glücklich an Pen's Arm hängend erſchien, drückte der Ma⸗ jor beiden die Hand mit nicht unaffektirter Rührung und Herzlichkeit, und ging dann zu einer weitern Begrüßung