Teil eines Werkes 
16. bis 19. Bändchen (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

198

Hurter am Morgen und der Angelegenheiten Fanny Bolton's, welche er unter dem unmittelbaren Drange und der Aufregung ſeiner eigenen vergeſſen hatte. Er erzählte den Ladies, wie Hurter Fanny zu dem Range einer Frau erhoben und welche Beſorgniſſe er in Be⸗ zug auf die Ankunft ſeines Vaters hege. Er beſchrieb die Szene mit dem beſten Humor und verweilte mit beſonderer Sorgfalt bei demjenigen Theile, welcher Fanny's Koquetterie und den unwiderſtehlichen Drang betraf, die Menſchheit zu beſtricken, indem er ſagen wollte: „Sie ſehen, Laura, daß ich in dieſem kleinen Handel nicht ſo ganz ſchuldig war, das Mädchen war in mich verliebt und ich war es, der widerſtand. Da ich nicht länger bei der Hand bin, ſo übt die kleine Sirene ihre Künſte und Zauber an Andern. Vergeſſen Sie gefälligſt dieſe Geſchichte oder ſuchen Sie mich mit einer gelinden Strafe für meinen Irrthum heim.“

Laura fand ſeine Abſicht unter den lebhaften Er⸗ klärungen heraus. „Wenn Sie Unrecht haben, lieber Pen, ſo haben Sie Buße gethan,“ ſagte ſie, „und Sie wiſſen,“ ſetzte ſie mit einem bedeutungsvollen Blicke und Erröthen hinzu, „daß ich kein Recht habe, Ihnen Vor⸗ würfe zu machen.“

„Hm!“ murmelte die alte Lady, „ich hätte den Blaubart vorgezogen.“

„Die Vergangenheit iſt abgebrochen. Der Mor⸗ gen iſt vor uns. Ich will mein Beſtes thun, Ihren Morgen glücklich zu machen, theure Laura,“ ſagte Pen, ſein Herz war demüthig durch die Ausſicht auf ſein Glück, es war von Ehrfurcht ergriffen bei der Betrach⸗ tung ihrer holden Güte und Reinheit. Er liebte ſein Weib mehr dafür, daß ſie ſich zu den flüchtigen Ge⸗ fühlen für Warrington bekannte und ihr edelmüthiges Herz vor ihm offenbarte, und ſie — ſie dachte ſehr wahrſcheinlich: „wie ſeltſam iſt es, daß ich je an einen Andern dachte, es ärgert mich beinahe der Gedanke,