Teil eines Werkes 
16. bis 19. Bändchen (1851)
Entstehung
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verläugne, ich verſtelle mich nicht, mein Leben iſt über Verſtellung erhaben — vor ihm, dem es geweiht iſt, muß mein Herz offen liegen, — daß ich ein Mal glaubte, ich liebe Sie — ja ich glaubte, ich werde von Ihnen geliebt, ich geſtehe es. Wie klammerte ich mich an dieſen Glauben an, wie ſtrebte ich, wie betete ich, wie ver⸗ langte mich, es zu glauben, aber Ihr Betragen immer, Ihre eignen Worte, ſo kalt, ſo herzlos, ſo unfreundlich, haben mich enttäuſcht. Sie tändelten mit dem Herzen des armen Mädchens! Sie warfen mir mit Hohn die Treue zurück, die ich Ihnen verpflichtet hatte, ich habe Alles — Alles Mr. Foker erklärt.“

„Das haben Sie,“ ſprach Foker mit Hingebung und Ueberzeugung in ſeinem Blicke.

„Was Alles ?“ fragte Pen mit einem bedeutungs⸗ vollen Blick auf Blanche. „Bin ich der ſchuldige Theil? Gut, gut, Blanche, ſei dem ſo, ich will gegen Ihren Spruch nicht appelliren und es ſtillſchweigend tragen. Ich kam herab, indem ich, der Himmel weiß es, ganz Anderes erwartete, mit treuer und inniger Gefinnung gegen Sie. Ich hoffe, Sie werden mit einem Andern glücklich, während, auf mein Wort, mein Wunſch war, Sie glücklich zu machen; und ich hoffe, mein ehrlicher, alter Freund hier bekommt ein Weib, das ſeiner Treue, ſeiner Standhaftigkeit und ſeiner Zuneigung würdig iſt. In der That, dieſe Eigenſchaften verdienen die Achtung jedes Weibes, ſelbſt der Miß Blanche Amory. Gib

mir die Hand, Harry, und ſieh mich nicht ſo von der

Seite an, hat Dir Jemand geſagt, daß ich falſch und herzlos ſei?“

„Ich glaube, Du biſt ein —“ begann Foker in ſeinem Grimm, als Blanche in's Mittel trat.

„Harty, kein Wort! ich bitte Sie, laſſen Sie hier Verzeihung walten!“

„Sie ſind ein Engel, beim Jupiter, Sie ſind ein Engel! ſprach Foker, worüber Blanche einen Seraphinen⸗ blick zum Armleuchter erhob.