Teil eines Werkes 
16. bis 19. Bändchen (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12

Bull, welche die gute engliſche Sprache mißhandelt, und ein halb Dutzend Herzoge an der Tafel hat,“ ver⸗ ſetzte Pen etwas mürriſch. „Warum ſollten Sie und ich ekliger ſein als andere Leute, warum ſollen wir die Sünden ihrer Väter an dieſem harmloſen, freundlichen Geſchöpfe heimſuchen? Sie hat Ihnen und allen Sterb⸗ lichen immer nur Gutes erwieſen. So weit ſie es weiß, thut ſie immer ihr Beſtes, ſie ſetzt ſich nicht in den Kopf, mehr zu ſein, als ſie iſt; ſie gibt Ihnen die beſten Diner, die ſie auftreiben, und die beſte Geſellſchaft, die ſie haben kann; ſie zahlt dieſem Tagdieb von Mann ſeine Schulden. Sie verzieht ihren Jungen, gleich der tugendſamſten Mutter in England; ihre Meinungen über Literatur ſind allerdings nicht hoch anzuſchlagen, und ich ſage gewiß nicht zu viel, wenn ich behaupte, daß ſie nie eine Seite von Wordsworth geleſen noch in ihrem Leben ein Wort von Tennyſon gehört hat.“

„So wenig als die Wäſcherin Mrs. Flanagan,“ hrummte Pen's Mentor; „ſo wenig als das Stuben⸗ mädchen Betty; und ich habe kein Wort des Tadels gegen ſie. Aber ein hochfinniger Mann macht dieſe nicht zu ſeinen Freunden; ein Gentleman wählt ſie nicht zu ſeinen Geſellſchaftern, oder bereut es bitter, wenn

er es gethan hat. Wollen Sie, der Sie ein Mann der

Welt und ein Philoſoph ſein wollen, mir ſagen, vaß vas Ziel des Lebens iſt, drei Gänge zu haben und auf Silber zu ſpeiſen? Wagen Sie ſich zu geſtehen, daß der Ehrgeiz Ihres Lebens guter Claret iſt, und daß Sie mit dieſem oder jedem diniren, der einen guten Tiſch hat. — Sie heißen mich einen Cynicker, und was für ein monſtröſer Cynismus iſt es, den Sie und die andern Lente von Welt zulaſſen! Lieber wollt ich von rohen Rüben leben und in einem hohlen Baume ſchlafen, ein Hinterwäldler

oder ein Wilder werden, als mich zu dieſer Civiliſation

herabzuwürdigen und zu geſtehen, daß ein franzöſiſcher Koch ein Ding iſt, nach deſſen Beſitz man im Leben

am meiſten zu trachten hat.“ 3