Teil eines Werkes 
9. bis 13. Bändchen (1851)
Entstehung
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überſättigt. Die Inſolenz des glücklichen parvenu iſt nur die nothwendige Fortſetzung der Laufbahn des dürf⸗ tigen Streiters. Unſre geiſtigen Verwandlungen find wie unſre grauen Haare, oder unſre Runzeln — nur die Verwirklichung des Plans ſterblichen Wachsthums und Verfalls: das, was jetzt ſchneeweiß iſt, war ein ander Mal glänzend ſchwarz, das, was heut faule Fettleibig⸗ keit iſt, war noch vor wenigen Jahren ungeſtüme, ro⸗ ſige Geſundheit; jene ruhige Erſchlaffung, wohlwollend reſignirt und getäuſcht, war Ehrgeiz, wild und heftig vor nur wenig Jahren, und hat ſich erſt nach mancher Schlacht und Niederlage in unterwürfige Ruhe feſtge⸗ ſetzt. Glücklich der Mann, welcher ein Mißlingen ſo hochfinnig tragen und ſein zerbrochenes Schwert dem Eroberer Schickſal mit männlichem und demüthigem Herzen übergibt! Biſt du nicht von Grauen ergriffen, freundlicher Leſer, der du das Blatt für eine augen⸗ blickliche leichte Lektüre aufnimmſt und vielleicht für eine ernſtere Reflexion niederlegſt — um zu bedenken, wie du, der du deinen Erfolg oder dein Mißgeſchick konſum⸗ mirt haſt, eine ausgezeichnete Stellung behaupten, oder, auf einem hoffnungs⸗ und namenloſen Poſten in der Menge ſtehen magſt, der du durch ſo viele Kämpfe der Niederlage, des Erfolgs, des Verbrechens, der Gewiſſens⸗ biſſe, die dir allein bekannt ſind! — der du geliebt und erkaltet, geweint und wieder gelacht haſt, wie oft! — zu denken, wie du der nämliche biſt, du, der du dich deiner in der Kindheit noch erinnerſt, bevor deine Lebens⸗ reiſe begann? Sie iſt glücklich geweſen und du läufſt in den Hafen ein, indeß das Volk huſſa! ruft, und die Kanonen ſalutiren, und der glückliche Kapitän verbeugt ſich von der Seite des Schiffes und — ein Kummer ſitzt unter dem Stern auf ſeiner Bruſt, den Niemand kennt: — oder du biſt ſchiffbrüchig und hoffnungslos auf die einſame Spiere auf der See gebannt: — der ſinkende und der erfolgreiche Mann denfen beide ſehr wahrſchein⸗ Pendennis. MI. 20