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wie viele heroiſche Leidenſchaften ſchwinden nicht in verächtliche Gleichgiltigkeit oder enden mit ſchimpflicher Niederlage?
Dieſe Lebensanſichten und dieſe Philoſophie empfahl der Major nach ſeiner Gewohnheit Pen unaufhörlich, und ſein Geiſt war auch von der Art, daß er das Rechte auf beiden Seiten vieler Fragen einſehen konnte, und wohl begreifend das Leben des Gefühls, welches ganz außer dem Bereiche von des ehrlichen Majors Verſtänd⸗ niß war, konnte er auch das praktiſche Leben auffaſſen und ſich ihm anbequemen, oder glaubte wenigſtens, daß er es könne. So geſchah es, daß er während des auf den Tod ſeiner Mutter folgenden Frühlings unter dem Einfluſſe ſeines Onkels ſtand und in Lady Claverings Hauſe heimiſch war, und von Miß Amory gewiſſerma⸗ ßen angenommen wurde, ohne Freier zu ſein, und auf⸗ genommen, ohne verlobt zu ſein. Das junge Volk war äußerſt vertraulich, ohne beſonders ſentimental zu ſein, man traf und trennte ſich in vollkommen guter Laune. „Und ich,“ dachte Pendennis, „bin der Burſche, der vor acht Jahren eine grandioſe Leidenſchaft hatte, und letz⸗ tes Jahr in einem Fieber um Briſnis tobte!“
Ja, es war derſelbe Pendennis, und die Zeit hatte ihm, wie uns andern, ihre gewöhnlichen Folgen, Tröſt⸗ ungen, Entwickelungen gebracht. Wir verändern uns ſehr wenig, wenn wir von dieſem oder jenem Manne oder Weibe ſagen, daß es nicht mehr die nämliche Per⸗ ſon ſei, wie wir ſie uns in der Jugend erinnern, und bemerken (natürlich mit Bedauern) Veränderungen an unſern Freunden, ſo berechnen wir vielleicht nicht, daß nur Zeit und Umſtände einen verborgenen Mangel oder Vorzug zum Vorſchein bringen, nicht ihn neu erzeugen. Die ſelbſtiſche Ermattung und Gleichgiltigkeit des heu⸗ tigen Beſitzes iſt die Folge des ſelbſtiſchen Eifers geſtri⸗ ger Beſtrebungen; die Geringſchätzung und der Ueber⸗ druß, welcher ruft: vanitas vanitatum, iſt bloß die Erſchöpfung des krankhaften Appetits, mit Vergnügen


