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Erfahrungen enthielt, und daß Blätter aus dem Lebens⸗ buch von „Walter Lorraine“ zu nichts Anderem geſchrieben wurden, als für Arthur Pendennis's eigene Privat⸗ ſchmerzen, Leidenſchaften und Thorheiten. Da wir mit dieſen in dem erſten Bande ſeiner Geſchichte bekannt geworden ſind, ſo wird es nicht nöthig ſein, große Auszüge aus der Novelle „Walter Lorraine“ zu machen, in welchen der junge Gentleman ſolche der⸗ ſelben, welche wahrſcheinlich den Leſer intereſſiren wür⸗ den, oder welche ſich für die Zwecke ſeiner Geſchichte eigneten, geſchildert hatte.
Obgleich er das Geſchriebene beinahe die Hälfte der Zeit, welche nach dem Grundſatz des Horatius ein Werk der Kunſt zur Reife liegen bleiben ſollte, ein Grundſatz, deſſen Wahrheit, beiläufig geſagt, noch in Frage geſtellt werden kann, in ſeinem Koffer gehalten hatte, ſo hatte Mr. Pen gleichwohl ſeine Novelle nicht ſo lange vergraben, damit ſeine Arbeit gewinnen ſollte, ſondern weil er nicht wußte, wohin ſonſt er ſie thun ſollte; noch hatte er einen beſondern Wunſch, ſie wieder zu ſehen. Wer eine Arbeit zehn Jahre auf die Seite legt, eh' er ſie der Welt übergibt, oder ſein reiferes Urtheil daran übt, thäte am beſten, ſich vorher von der urſprünglichen Kraft und Dauerhaftigkeit deſſelben zu überzeugen, ſonſt möchte er, wenn er es aus dem Grabe auferſtehen läßt, finden, daß es, wie geringhaltiger Wein, allen Geſchmack, den es einmal hatte, verloren, und geſchmacklos geworden iſt. Es gibt Werke von allerlei Geſchmack, das ſchwache, wie das ſtarke, die durch das Alter gewinnen, und ſolche, die das Aufbe⸗ wahren gar nicht ertragen, ſondern nur munden, beim erſten Zug, wo ſie perlen und erfriſchen.
Pen hatte ſelbſt zur Zeit ſeiner jugendlichen Uner⸗ fahrenheit und feurigen Einbildung nie den Gedanken, daß die Geſchichte, die er ſchrieb, ein Meiſterſtück von Kunſt ſei, oder daß er den großen Autoren, die er be⸗ wunderte, ſich an die Seite ſtellen könne; und als er


