4
„
Literate, der ein Dutzend Orden an ſich hatte, und für einen Marſchall von Franfreich gelten konnte, ließ ſie ſich herab, mich einzuladen; die Claverings werden an demſelben Abende dort ſein; wird das nicht intereſſant werden, ſeine beiden Flammen an demſelben Tiſche zu treffen?“
„Beide Flammen! zwei Haufen ausgebrannter Aſche,“ ſagte Warrington. „Sind das die beiden Schön⸗ heiten in dem Buche?“
„Beide, oder ſo etwas wie ſie,“ ſagte Pen. „Leo⸗ nora, die den Herzog heirathet, iſt die Fotheringay: bei dem Herzog ſaß mir Magnus Charters, mit dem ich in Orford war; er gleicht ihm etwas; und Miß Amory iſt Neära. Bei Gott, Warrington, ich liebte dieß erſte Weib! ich dachte an ſie, als ich im Mond⸗ licht von Lady Whiſton's heimging, und die früheren Scenen traten vor mein Auge, als ob es erſtgeſtern ge⸗ weſen wäre. Und als ich heim kam, zog ich die Ge⸗ ſchichte hervor, die ich über ſie und die Andere vor drei Jahren ſchrieb; ſo unvernünftig es iſt, weißt Du, ſo enthält es doch guten Stoff, und wenn Bungay es nicht nehmen will, ſo thut es, denk ich, Bacon.“
„So halten's die Poeten,“ ſagte Warrington, „ſie verlieben ſich, foppen oder werden gefoppt; ſie leiden und poſaunen es aus, duß ſie mehr leiden, als andere Sterbliche, und wenn ſie genug Gefühle durchgefühlt haben, ſo ſchreiben ſie's auf und bringen den Quark auf den Markt. Alle Poeten ſind Taugenichtſe, alle Lite⸗ raten find Taugenichtſe, ſobald einer ſeine Gefühle für's Geld verkauft, iſt er ein Taugenichts. Wenn ein Poet von einem zu guten Diner das Seitenſtechen be⸗ kommt, ſo brüllt er ſein Ai, Ai, lauter als Prome⸗ theus in die Welt hinaus.“
„Ich denke ein Dichter hat mehr Gefühl, als andere Leute,“ ſagte Pen mit einigem Stolz. „Das eben macht ihn zum Dichter, ich glaube er ſieht und fühlt ſchärfer, und das macht, daß er von dem ſpricht, was


