Teil eines Werkes 
9. bis 13. Bändchen (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

3

und andere Denkmäler der Jugend, der Schule und der Heimath enthielt, hervorgenommen. Er las in dem Bande im Bett, bis er einſchlief, denn der Anfang der Erzählung war etwas langweilig, und er war müde von einer Londoner Abendparthie heimgekommen.

„Beim Jupiter!“ rief Pen, indem er ſeine Papiere durchblätterte, „wenn ich daran denke, daß dieß erſt vor wenigen Jahren geſchrieben wurde, ſo ſchäme ich mich meines Gedächtniſſes. Ich ſchrieb dieß, als ich glaubte, in alle Ewigkeit in jene kleine Kokette Miß Amory verliebt zu ſein. Ich pflegte Verſe an ſie hinabzutra⸗ gen, in die Höhlung eines Baumes zu verbergen, und ſie der Awori zu dediziren.

„Das war ein ſüßes, kleines Wortſpiel,“ bemerkte Warrington, und blies eine Rauchwolke auf. „Amory — Amori, es zeugt von profonder Gelehrſamkeit; gieb ein Bischen von dem Miſte zum Beſten.“ Er ſireckte ſich herüber von ſeinem Lehnſtuhl, und faßte Pen's Manufkript mit der Feuerzange, die er ſo eben benützte, um eine Kohle in ſeine Pfeife zu thun. So war er denn im Beſitze des Werks und begann aus dem „„Blätter aus dem Leben Walter Lorraine's zu leſen.““

„So falſch als ſchön, ſo herzlos als reizend! Scheinbild der Leidenſchaft,“ rief Walter, an Leonora ſich wendend; „welcher böſe Dämon hat dich geſandt, mich ſo zu quälen, o Leonora ...5

„Reiß das heraus,“ rief Pen, indem er nach dem Buche griff, das ſein Kamerad jedoch nicht wollte fah⸗ ren laſſen. „Gut, aber lies es auf keinen Fall vor. Das iſt über meine erſte Flamme, meine erſte — nun⸗ mehr Lady Mirabel. Ich ſah ſie vorige Nacht bei Lady Whiſton's; ſie bat mich zu einer Parthie in ihr Haus, und meinte, daß wir als alte Freunde einander öfter treffen ſollten. Sie hat mich dieſe zwei Jahre in der Stadt manchmal geſehen und nie daran gedacht, mich einzuladen; als ſie aber ſah, daß Wenham mit mir ſprach und Monſienr Dubois, der franzöſiſche