Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1850)
Entstehung
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Gemeine Leute haben keinen Begriff von der Empfind⸗ ſamkeit einer Muſe.

So war denn die kleine Pincott mit Nähen, Säu⸗ men, Trennen, Kämmen, Brennen, Kräuſeln für ihre Gebieterin Tag und Nacht beſchäftigt. Sie las ihr vor, wenn ſie im Bett war, — denn ſie verſtand die zwei Sprachen und hatte eine liebliche Stimme und Weiſe: — Sie konnte keinen Theil nehmen an Madame Fribs⸗ bys Soiree's, auch wurde ſie nicht viel vermißt, oder für wichtig genug gehalten, um bei ihren Unterhaltun⸗ gen zu erſcheinen.

Aber eine andere Perſon war noch mit dem Cla⸗ veringer Hauſe konnektirt und wurde ein beſtändiger Gaſt unſrer Freundin, der Putzmacherin. Dieß war das Haupt der Küche, Monſieur Mirobolant, mit dem Madame Fribsby bald auf vertrautem Fuße ſtand.

Da die ländlichen Bewohner von Clavering nicht an die Erſcheinung oder Geſellſchaft von Perſonen der franzöſiſchen Nation gewöhnt waren, ſo bekamen ſie von Monſieur Alcides Manieren und Erſcheinung keinen ſo günſtigen Eindruck, als dieſer Gentleman gewünſcht haben mochte. Er ging unter ihnen an dem Nachmittag eines Sommertages, wenn ſeine Dienſte in dem Herrenhauſe

nicht mehr erfordert wurden, ganz arglos einher in ſeinem gewohnten Lieblingskoſtüme, nämlich ſeinem hell⸗ grünem Frack oder Paletot, ſeiner carmeſinrothen Sammt⸗ weſte, ſeinen blauen Glasknöpfen, ſeinem pantalon Ecossais mit ſehr breitem und markirtem Schachbrett⸗ muſter, ſeinem pomeranzengelben Satinhalstuch und ſeinen Jeanboots mit glänzendem Leder beſetzt, — dieſe, mit goldgeſtickter Kappe und einem reichvergoldeten Stocke und anderem mannigfaltigem Schmucke bildeten ſein gewohntes Feiertagskoſtüm, an welchem, wie er ſich ſchmeichelte, nichts Auffallendes war (wofern nicht die Schönheit ſeiner Perſon die Aufmerkſamkeit auf ſich ziehen ſollte), und worin er einen Gentleman von gu⸗ tem Pariſerton vorzuſtellen meinte.