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Zweites Kapitel.
Eine kleine Unſchuldige.
Jedes Haus hat ſeinen Marterpfahl irgendwo, und es mag ein Troſt für Unglückliche ſein, denken zu können, daß die Glücklichſten und Reichſten ihrer Nachbarn ihr Elend und ihre Veranlaſſungen zur Unruhe haben.
Unſere kleine unſchuldige Muſe Blanche, welche ſo hübſch ſang und ſo holdſelig redete, daß man hätte glauben mögen, ſie müßte überall, wo ſie ginge, Son⸗ nenſchein machen, war der Marterpfahl Unglück, oder die Nemeſis von Claveringhouſe und der meiſten ſeiner Bewohner.
Wie ein kleiner Stein in eurem eigenen Schuh, oder dem eures Pferdes genügte, euch auf die Folter zu legen, oder eure Reiſe elend zu machen, ſo iſt im Le⸗ ben ein kleines Hinderniß genügend, unſer ganzes Wei⸗ terſchreiten zu hemmen, uns endloſem Verdruß und Un⸗ ruhen auszuſetzen. Wer hätte errathen, daß ſo ein lächelndes Feechen, wie Blanche Amory, die Urſache eines Zwieſpalts in einer Familie werden konnte?
„Ich ſage, Strong,“ ſagte eines Tags der Baro⸗ net, als das Paar nach dem Mittageſſen über dem Bil⸗ lardtiſche und dem großen Enthüller von Geheimniſſen der Cigarre ſich mit einander unterhielt; „ich ſage, Strong, ich wünſche, beim Teufel, Ihr Weib wäre todt.“
„So auch ich. Das iſt ein Kanon, beim Jupiter. Aber ſie will nicht; ſie will in alle Ewigkeit leben. Warum wünſchen Sie, daß ſie abfahre, Frank, mein Junge?“ fragte Kapitän Strong.
„Weil Sie dann Miſſy heirathen könnten. Sie ſieht


