Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

23

fuhr die junge Lady fort, der Alles wohl gefiel, was ſie that, und die Alles auf's Beſte that. Laura gab zu, daß er ſchön war. Sie hätte nie zuvor ſo was ge⸗ ſehen, nichts ſo Liebliches, ſo Vollendetes, ſo Zartge⸗ bautes und Hübſches, das ſo hübſch trillerte und in einem ſo hübſchen Gemach umhertrippelte, mit ſo viel hübſchen Büchern, Gemälden, Blumen um ſich her. Das ehrliche, edelmüthige Landmädchen vergaß über ihrer Be⸗ wunderung ſelbſt die Eiferſucht. „In der That, Blanche,“ ſagte ſie, „Alles im Zimmer iſt hübſch, und Sie ſind unter Allem am hübſcheſten.“ Die Andere lächelte, ſah in den Spiegel, kam herbei und ergriff Laura's beide Hände, küßte ſie, ſetzte ſich nieder an das Klavier und ſlötete ein kleines Lied, als wäre ſie eine Nachtigall. Dieß war der erſte Beſuch der Fairvaker in Cla⸗ vering Parf, als Erwiderung auf Clavering Parks Beſuch in Fairvaks, für die Fairvaker Karten, die einige Tage nach der Ankunft von Sir Franecis's Familie dort hin⸗ terlaſſen wurden. Die Vertrautheit zwiſchen den jungen Ladies ſchoß empor wie Jacks Bohnenſtock in einer Nacht an den Himmel. Die großen Bedienten gingen beſtändig mit kleinen roſenfarbenen Noten nach Fairvaks, wo ein hübſches Hausmädchen in der Küche war, das möglicherweiſe jene Gentlemen nach der niedrigen Be⸗ hauſung verführte. Miß Amory ſandte Muſikſtücke, oder ſandte Miß Amory eine neue Novelle, oder ein Bild aus dem „Journal des modes“ an Laura, oder kamen Mylady's Komplimente mit Blumen und Früch⸗ ten an, oder erſuchte Miß Amory angelegentlich Miß Bell, zu einem Diner zu kommen, und die theure Mrs. Pendennis, wenn ſie kräftig genug wäre, und Mr. Ar⸗ thur, wenn eine Humdrumparthie nicht zu albern für ihn wäre, und ſie würde einen Wagen mit Frauenpferdchen für Mrs. Pendennis ſenden und keine Abweiſung annehmen. Weder Arthur noch Laura wünſchten einen Korb zu geben, und Helen, welche allerdings etwas kränklich war, freute ſich, daß Beide ihr Vergnügen hätten, und