Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1850)
Entstehung
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Fuß beſtändig vorſtreckt, folgt noch nicht, daß alle an⸗ dern Ladies die ihrigen aufs Tapet bringen müſſen: kurz Miß Laura Bell war mit ſechzehn Jahren eine liebliche junge Lady. Wir wollen hoffen, daß viele tauſende ſolcher Ladies ſich in dieſem Lande finden, wo kein Mangel an Herzensgüte, Beſcheidenheit, Rein⸗ heit und Schönheit iſt.

Nun war Miß Laura, ſeit ſie gelernt hatte, für ſich ſelbſt zu denken (und in den letzten zwei Jahren hatte ſie ſich geiſtig und leiblich ungemein entwickelt), mit Pen's Aufführung und Benehmen nur halb zufrie⸗ den geweſen: ſeine Briefe an ſeine Mutter waren in letzter Zeit ſehr ſparſam und kurz geweſen; vergeblich machte die zärtliche Mutter geltend, wie anhaltend Ar⸗ thurs Arbeiten und Studien ſeien, wie vielſeitig ſeine Verpflichtungen. „Lieber ſollte er einen Preis nicht gewinnen,“ ſagte Laura, „als ſeine Mutter vergeſſen: und in der That, Mama, ich finde nicht, daß er eben viele Preiſe gewinnt. Warum kommt er nicht heim und bleibt bei Dir, ſtatt daß er ſeine Ferien in vor⸗ nehmer Freunde ſchönen Häuſern zubringt; Niemand wird ihn dort halb ſo viel lieben als — als Du —.“

„Als ich allein, Laura,“ ſeufzte Mrs. Pendennis. Laura erklärte rund heraus, daß ſie Pen kein Bischen liebe, wenn er ſeine Pflicht gegen ſeine Mutter nicht erfülle; und wollte ſich durch keine Gründe der lieben⸗ den Helen überzeugen laſſen, daß der Junge ſeinen Weg durch die Welt machen müſſe, daß ſein Onkel angele⸗ gentlich wünſche, daß Pen die Bekanntſchaft von Per⸗ ſonen kultivire, die ihm im Leben als Freunde zur Seite ſtehen könnten, daß Männer tauſend Bande und Rückſichten hätten, welche Weiber nicht verſtünden und ſo fort. Vielleicht glaubte Helen ſelbſt nicht mehr an dieſe Entſchuldigungen, als ihre Adoptivtochter. Aber ſie verſuchte zu glauben, daß ſie ſie glaube, und tröſtete ſich mit mütterlicher Bethorung, und das iſt ein Punkt,

auf den mancher Gentleman, glaube ich, reflektirt hat,