Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

301

während ſeines kurzen Verbleibens auf der Univerſität mit Macheath mit charakteriſtiſcher Vorſichtigkeit Nichts zu Ungunſten des Kapitäns, nur deutete er Pen an, daß er beim Whiſt ihn beſſer auf ſeiner Seite hätte, als gegen ſich, und beim Pearté lieber für ihn, als gegen ihn wette..

„Du ſiehſt, er ſpielt beſſer a Du, Pen,“ be⸗ merkte der ſcharfſinnige junge Gentleman, „er ſpielt ungemein gut der Kapitän und, Pen, ich würde nicht ſo ohne Weiteres mit ihm wetten, wenn ich Du wäre. Ich glaube, er hat keinen Ueberfluß an Gold der Ka⸗ pitän.“ Aber über dieſe dunkeln Andentungen und Allgemeinheiten hinaus konnte der vorſichtige Foker nicht gebracht werden.

Nicht als ob dieſer Rath bei einem eigenſinnigen, jungen Mann mehr Gewicht gehabt hätte, als ein Rath gewöhnlich bei einem Jungen hat, der entſchloſſen iſt, ſeinen eigenen Weg zu gehenz Pens Appetit für Ver⸗ gnügen war unerſättlich und er flürzte ſich, wo es ſich zeigte, mit einem Ungeſtüm darein, das ſeine feurige Konſtitution und jugendliche Geſundheit bewies. Er hieß es, ſich Vergnügen machen, „das Leben ſehen,“ und führte wohlbekannte Grundſätze aus Terenz, Horaz und Shakſpeare an, um zu zeigen, daß man Alles thun ſollte, was einem Manne geziemt. Er ließ ſich gut an und verſprach, wenn er ſo fortt ſchte, in ein Paar Jahren ein vollkommener roué zu werden.

Eines Abends nach einer Soupergeſellſchaft im Col⸗ lege, bei welchem Pen und Macheath gegenwärtig ge⸗ weſen, und ein fkleines, ruhiges vingt et un geſpielt worden war, (eine Unterhaltung, die für Studenten in ihrem zweiten oder dritten Jahre angenehmer iſt, als das geräuſchvolle Liederſingen, das die Proktors aus ihren Stuben treibt und mit der Zeit ſchal wird, da jeder ſein Budget ausgebraucht hatte, als die Gentle⸗ men ihre Kappen genommen hatten, und fortgingen, ohne große Verluſte oder Gewinnſte auf irgend einer