Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

44

mächer ſaß und die kleine Laura im Klavier unterrich⸗ tete, oder Flanellunterröcke an die Armen der Umgegend vertheilte oder auf andere Weiſe in dem ſtillen Berufe ihres beſcheidenen, fleckloſen, chriſtlichen Lebens beſchäf⸗ tigt war, ließ ſich nicht träumen, welche Stürme in den zwei Buſen des obern Studierzimmers wütheten — in Pen's, wie er da ſaß in ſeiner Schützenjacke, den Ell⸗ bogen auf den Tiſch des Studierzimmers geſtützt und mit den Händen in dem lockigen, braunen Haare wühlte und den Homer vor ſich liegen hatte — und des würdigen Mr. Smirke, mit dem er ihn leſen ſollte. Hier plauderten ſie dann über Helena und Andromache. „Andromache iſt wie meine Mutter, pflegte Pen zu be⸗ theuern;“ aber ich ſage Ihnen, Smirke, bei Jupiter, ich gebe meine Naſe darum, Helena zu ſehen, und dann ſprudelte er einige Lieblingsſtrophen hervor, die der Leſer an geeigneter Stelle im dritten Buche finden wird. Er zeichnete Porträte von ihr — ſie eriſtiren noch — mit vertikalen Naſen und ungeheuern Augen und „Arthur Pendennis delineavit et pinxit“ war darunter geſchrieben.

Mr. Smirke zog natürlich Andromache vor und war in Folge deſſen außerordentlich freundlich gegen Pen. Er gab ihm ſeinen Elzevirer Horaz, der dem Jungen ſehr gefiel und ſein kleines griechiſches Teſta⸗ ment, das ſeine Mama zu Clapham gekauft und ihm geſchenkt hatte. Er kaufte ihm eine ſilberne Bleifeder und beim Lernen ließ er ihn ſo viel oder ſo wenig thun, als er wollte. Er ſchien immer auf dem Punkt, ſich gegen Pen zu entdecken: ja er geſtand dem Letztern, daß er eine — Zuneigung — eine zärtliche Zuneigung habe, über welche Pendennis das Nähere hören wünſchte und ſagte: „ſagen Sie uns, alter Kamerad, iſt ſie ſchön? Hat ſie blaue oder ſchwarze Augen ? Aber Doktor Portman's Gehilfe that einen zärtlichen Seuf⸗ zer, heftete ſeine Augen an die Decke und bat Pen ſchmachtend, in der Unterredung auf einen andern Ge⸗