Teil eines Werkes 
1. bis 4. Bändchen (1850)
Entstehung
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Güte des Allmächtigen dafür preiſen. Ich ſah erſt ge⸗ ſtern eine jüdiſche Dame mit einem Kinde auf dem Knie, von deren Antlitz gegen das Kind eine ſo eng⸗ liſche Holdſeligkeit leuchtete, daß ſie um beide eine Art Heiligenſchein zu verbreiten ſchien. Ich betheure, ich hätte vor ihr niederknien und in ihr die Güte der Gott⸗ heit anbeten können, daß ſie uns die mütterliche Liebe beſcheerte, die mit unſerem Geſchlechte begonnen hat und der Geſchichte der Menſchheit eine heilige Weihe verleiht.

So geſchah es denn, daß Mrs. Pendennis ſich über den Tod ihres Gatten tröſtete, in dem ſie ſtets den beſten, den aufrichtigſten, den weiſeſten, hochſinnigſten, vollkommenſten und ehrwürdigſten der Männer verehrte. Wenn die Frauen aus uns nicht Abgötter machten, und wenn ſie uns ſehen würden, ſo wie wir uns ſehen, würde das Leben erträglich ſein oder könnte die Ge⸗ ſellſchaft fortbeſtehen? Möge der Mann ſtets beten, daß keine ſeiner Frauenzimmer ihn nach ſeinem wahren Werthe abſchätzen möchte. Wenn dein Weib dich kennen würde, Nachbar, wie du biſt, ſo würde ſie ſich nicht ſehr grämen, deine Wittwe zu ſein, und würde deine Grablampe ſehr bald ausgehen laſſen oder ſich vielleicht nicht einmal die Mühe nehmen, ſie anzuzünden, wogegen Helen Pendennis die ſchönſte Denkſchrift ihrem Gatten weihte und ſie beſtändig mit dem koſtbarſten Oel er⸗ neuerte.

Was Arthur Pendennis betrifft, ſo bin ich nicht gewiß, ob nicht nach der erſten erſchütternden Aufre⸗ gung, die der Anblick ſeines todten Vaters in ihm her⸗ vorgerufen haben mußte, und dem Gefühle des Bedau⸗ erns, das ein ſolches Ereigniß ohne Zweifel veranlaßte, in demſelben Augenblick des Schmerzes, während er; ſeine Mutter umarmte, zärtlich troſtete und verſprach, ſie für immer zu lieben, in ſeiner Bruſt ein Gefühl geheimen Triumphes und Frohlockens erwachte. Er war jetzt der Herr und Gebieter. Er war Pendennis