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und unter fein gebildeten Ladies verſtehe ich nicht Her⸗ zoginnen und Gräfinnen. Mag ihre Stellung noch ſo hoch ſein, ſie können doch nur Ladies ſein und Nichts mehr. Aber beinahe jeder, der in der Welt lebt, hat, wie wir hoffen dürfen, das Glück, einige ſolcher Frauen unter den Kreis ſeiner Bekannten zu rechnen, Frauen, in deren engelreinem Weſen etwas Ehrfurcht gebieten⸗ des liegt, zu deren Füßen der wildeſte unſeres Geſchlechts niederfallen und ſich demüthigen muß in Bewunderung jener anbetungswürdigen Reinheit, welche nie Unrechtes zu thun noch zu denken ſcheint.
Arthur Pendennis hatte das Glück, eine Mutter zu haben, die mit dieſen Tugenden begabt war. Wäh⸗ rend ſeiner Kindheit und Jugend dachte der Knabe nie anders an ſie, als an einen Engel — als an ein über⸗ natürliches Weſen, voller Weisheit, Liebe und Schön⸗ heit. Wenn ihr Gatte ſie in die Provinzialſtadt auf die Aſſiſenbälle oder Konzerte führte, ſo trat er mit ſeinem Weib am Arm in die Verſammlung und blickte den vornehmen Leuten ins Geſicht, als wollte er ſagen: da ſehen Sie, Mylord, kann einer von Ihnen mir eine Lady zeigen, wie die da?
Sie brachte einige Ladies der Grafſchaft, die drei Mal ſo viel Geld hatten, als ſie, durch die Vollkom⸗ menheiten, die ſie an ihr entdeckten, in verzweifelte Wuth. Miß Pybus ſagte; ſie ſei kalt und hochmüthig. Miß Pierce, ſie ſei zu ſtolz für ihre Stellung; Mrs. Wapſchot, als Gattin eines Doktors der Thevlogie, wollte den Vortritt vor ihr haben, da ſie blos die Gattin eines praktizirenden Arztes ſei. Mittler Weile ſchritt dieſe Lady durch die Welt ganz unbekümmert um die Kommentare, welche zu ihrem Lob oder Nach⸗ theil gemacht wurden. Sie ſchien nicht zu wiſſen, daß ſie ob ihren Vollkommenheiten bewundert oder gehaßt wurde; ſondern ging ruhig durch's Leben, betete, liebt⸗ ihre Familie, half ihren Nachbarn und that ihri Pflicht.


