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„Mein lieber Major Pendennis,“ begann der Brief, „ich bitte und ſlehe Sie, ſogleich zu mir zu kommen“ — verſteht ſich, dachte Pendennis, und Steyne's Diner heute — „ich bin in der allergrößten Angſt und Noth. Mein liebſter Junge, der bisher Alles war, was die zärtlichſte Mutter wünſchen konnte, macht mir furcht⸗ baren Kummer, er hat, — ich kann es kaum ſchreiben
— eine Leidenſchaft, eine Thorheit,“ — der Major
grinste, — „für eine Schauſpielerin gefaßt, die hier aufgetreten iſt; ſie iſt wenigſtens zwölf Jahre älter als Arthur — der erſt nächſten Februar achtzehen wird, und der unglückliche Junge beſteht darauf, ſie zu hei⸗ rathen.“
Lzr tauſend! was flucht jetzt Pendennis?“ fragte Mr. Glowry, denn Wuth und Verwunderung hatten ſich um den offenen Mund des Majors fonzentrirt, als er dieſe erſtaunliche Kunde las.
„Kommen Sie, theurer Freund,“ fuhr die kummer⸗ volle Lady fort, „kommen Sie unverzüglich nach Em⸗ pfang dieſes Briefes zu mir, und bitten, befehlen Sie, als Arthurs Vormund, dem unglücklichen Kind, von dieſem höchſt beklagenswerthen Entſchluſſe abzuſtehen.“ Und nach weiteren Bitten obigen Inhalts, ſchloß die Brief⸗ ſtellerin, indem ſie ſich als des Majors „unglückliche, liebende Schweſter Helene Pendennis“ unterſchrieb.
„Fairvaks Dienſttag“ — ſchloß der Major, indem er die letzten Worte des Briefes las — „eine ſaubere Geſchichte da in Fairvafs am Dienſtag; nun wrllen
wir ſehen, was der Junge zu ſagen hat;“ und er
nahm den andern Brief, der mit der großen, unſichern Hand eines Jungen geſchrieben und mit dem großen Siegel der Pendennis, einem noch größeren als des Majors, geſiegelt war, wobei noch zum Zeugniß von des Schreibenden zitternder Aufregung ein Ueberfluß von
Siegellack rings um das Petſchaft verſchwendet war. Der Brief lautete:


