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„Hör' mich einen Augenblick an, Amalie!“ ſagte Beckh, vor der Andern im Zimmer auf und ab gehend, und ſie mit einer Art verächtlicher Freundlichkeit muſternd. „Ich muß mit Dir ſprechen. Du mußt fort von hier: Du darfſſt Dich den Ungebührlichkeiten dieſer Männer nicht länger ausſetzen. Ich will es nicht haben, daß ſie Dich plagen; und wenn Du noch länger bleibſt, ſo werden ſie Dich inſultiren. Ich ſage Dir, es ſind Schufte; Männer, die auf einen Hulk *) gehoren. Frage mich nicht, woher ich dieſelben kenne. Ich kenne Jedermann. Jos tann Dich nicht ſchützen; er iſt zu vick und zu ſchwach, und bedarf ſelbſt Jemands, der ihn ſchützt. Du kannſt wenig allein in der Welt leben, als ein kleines Kind,
das man noch auf den Armen trägt. Du mußt heirathen;
ſonſt gehſt Du mit Deinem herrlichen Jungen zu Grunde.
Du brauchſt einen Mann, Du Thoörin, und einer der beſten
Gentlemen, ſo ich je geſehen, hat ſich Dir ſchon hundert
Mal angetragen, und Du haſt ihm den Abſchied gegeben, . Du albernes, herzloſes, undankbares kleines Geſchopf!“ „Ich habe — habe gethan, was in meinen Kräften ſtand, Rebekka,“ ſagte Amalie in flehendem Tone; „allein ich konnte nicht vergeſſen —“
Und ſie vollendete den Satz damit, daß ſie zu dem Portrait aufblickte.
„Konnte ihn nicht vergeſſen!“ rief Becky, „den ſelbſtſüchtigen Tropf, den ungebildeten, alltäglichen Stutzer, den ausgeſtopften, wattirten Tölpel, der weder Witz⸗ noch Manieren, noch Herz beſaß, und Deinem Freunde mit dem Bambusrohre ebenſo wenig zu vergleichen war, als
Du der Königin Eliſabeih. Ei, der Mann war Deiner müde, und würde den Untreuen an Dir geſpielt haben, hätte Dobbin ihn nicht genöthigt, ſein Wort zu halten.
*) Der Rumpf eines alten, zum Dienſte unbrauchbaren Schiffes, gewöhnlich zur Aufnahme von Straͤflingen beſtimmt.


