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wollte ſie gewiſſe Lieder ſingen („Einſam bin ich nicht alleine,“ — jenes ſanfte Weber'ſche Liebeslied, das, meine jungen Damen, vor langer, langer Zeit, wo Sie kaum erſt geboren waren, den Beweis lieferte, daß die, ſo vor Ihnen lebten, ſich auf Liebe und Geſang gleichfalls ein Bischen verſtanden, — war eines derſelben); — ſie wollte, ſage ich, oft gewiſſe Lieder fingen, die der Major gern gehört hatte; und wenn ſie dieſelben im Zwielichte im Salon trillerte, pflegte ſie in der Mitte des Liedes plotz⸗ lich abzubrechen und in das anſtoßende Zimmer zu gehen, und daſelbſt ohne Zweifel eine Zufluchtsſtätte bei dem Miniaturbilde ihres Gatten zu ſuchen.
Von Dobbin waren einige Bücher zurückgeblieben, worin ſein Namen geſchrieben ſtand: ein deutſches Woͤr⸗ terbuch zum Beiſpiel, mit „William Dobbin, vom — ſten Regiment,“ auf dem Vorſetzeblatt; ein Reiſehandbuch mit den Anfangsbuchſtaben ſeines Namens, ſowie noch ein Paar andere Bände, welche dem Major gehörten. Emmy räumte ſie weg, und legte ſie auf die Kommode, auf der ſich ihr Arbeitskäſtchen, ihr kleines Schreibpult, ihre Bibel und ihr Gebetbuch, unter den Portraits der beiden Georges, befanden.
Auch hatte der Major beim Weggehen ein Paar Handſchuhe zurückgelaſſen. Dieſe fand Georgy⸗ als er einige Zeit darauf das Pult ſeiner Mutter durchſtöberte, in demſelben zierlich zuſammengefaltet, und in den ſoge⸗ nannten geheimen Fächern liegen.
Da Emmy ſich um Geſellſchaft nicht viel kümmerte, und dort gewöhnlich ihren Träumen nachhing, ſo war es an Sommerabenden ihr Hauptvergnügen, mit Georgy lange Spaziergänge zu machen (während derſelben blieb Rebekka allein bei Herrn Joſeph), und da pflegten dann die Mutter und der Sohn von dem Major in einer Weiſe zu ſprechen, die ſelbſt den Knaben lächeln machte.
Der Jahrmarkt des Lebens. W. 22


