Teil eines Werkes 
14. bis 19. Bändchen (1851)
Entstehung
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einer alten engliſchen Familie angehöre; und daß ihr Gatte Garde⸗Oberſt, Excellenz und Gouverneur einer Inſel ſei, der von ſeiner Frau nur wegen einer jener unbedeu⸗ tenden Differenzen getrennt lebe, die in einem Lande, wo man „den Werther“ immer noch liest, und die „Göthe'⸗ ſchen Wahlverwandtſchaften“ als ein erbauliches, morali⸗ ſches Buch angeſehen werden, nur wenig zu bedeuten haben, ließ es ſich niemand mehr einfallen, ihr Erſcheinen in ver allerhöchſten Geſellſchaft des Herzogthums unpaſſend zu finden; und es waren die Damen bei ihr mit ihrem ver⸗ traulichen „Du“, und ihren Verſicherungen ewiger Freund⸗ ſchaft noch bälder da, als früher bei Amalien.

Bei den ſimplen Deutſchen werden Liebe und Frei⸗ heit auf eine Weiſe gedeutst, die die guten Leute in Yorkſhire und Somerſetſhire nur wenig verſtehen, und in einigen philoſophiſchen und civilifirten Städten des guten Deutſch⸗ lands kann eine Frau einige Dutzend Mal von ihren reſpektiven Männern geſchieden werden, ohne dadurch ihrer geſellſchaftlichen Stellung zu ſchaden. F

Jos' Haus war, ſeitdem er ſelbſt ein Haus machte, nie ſo angenehm geweſen, als ſeit Rebekka's Einzuge. Sie ſang, ſpielte, lachte, ſprach zwei bis drei Sprachen, brachte Jedermann in's Haus, und machte Jos glauben, daß es ſeine eigenen großen geſellſchaftlichen Talente wären, die, in Verbindung mit ſeinem Witze, die große Beſellſchaft der Stadt in ſein Haus führten.

Was Emmy betrifft, die in ihrem eigenen Hauſe gar Nichts mehr zu ſagen hatte, es ſei denn, wenn es an die Bezahlung von Rechnungen ging, ſo entdeckte Becky bald ein Mittel, ſie zu beſänftigen und ihr zu gefallen.

Sie ſprach mit ihr beſtändig über Major Dobbin, deſſen ſie ſich ſo ohne Weiteres entledigt, und nahm gar keinen Anſtand, ihre Bewunderung für den trefflichen, hoch⸗ herzigen Mann an den Tag zu legen, und Emmy zu fagen, daß ſie ſich überaus grauſam gegen ihn benommen.