Teil eines Werkes 
14. bis 19. Bändchen (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

329

„Welch' edles Herz hat doch dieſer Mann,“ dachte ſie; „und welch' ſchändliches Spiel treibt dieſes Weib damit.“

Sie bewunderte Dobbin, und trug es ihm nicht nach, daß er Partei gegen ſie ergriffen hatte. Es war ein offener Zug im Spiele, und es waltete dabei keine Un⸗ ehrlichkeit vb. „Ah!“ dachte Becky weiter, „hätte ich nur einen

ſolchen Mann bekommen — einen Mann von Kopf und Herz! Ich würde auf ſeine großen Füße nicht geachtet haben.“

In demſelben Augenblicke eilte ſie auf ihr Zimmer, ſann über Etwas nach, und ſchrieb ein Billet an ihn, worin ſie ihn bat, noch einige Tage zu bleiben; und nicht an's Weggehen zu denken. Beigefügt war noch, daß ſie ihm bei Amalien von Nutzen ſein könne.

Der Abſchied war vorüber. Noch einmal ging der arme William nach der Thüre hin und verſchwand dann.

Die Urheberin von all' Dieſem, die kleine Wittwe, hatte nun ihren Willen, hatte den Sieg davongetragen, und konnte ſich nun deſſelben nach Herzensluſt erfreuen. Mögen die Damen ihren Triumph beneiden!

Zur romantiſchen Eßſtunde erſchien Herr Georgy, und bemerkte abermals die Abweſenheit des „alten Dob.“ Das Mahl wurde von der Geſellſchaft in aller Stille eingenommen; Jos⸗ Appetit war der gewöhnliche, allein Emmy aß gar Nichts.

Nach dem Mahle lag Georgy, geſtützt auf Polſter, in dem großen alten Erkerfenſter, das auf der einen Seite den Marktplatz, wo das Gaſthaus zum Elephanten ſteht, beherrſcht, und dem das intereſſante Haus, worin der Major logirte, gegenüber lag: — Georgy lag alſo in dieſem Fenſter, und ſeine geſchäftige Mutter war gar nicht weit von ihm weg,

Mit einem Male bemerkte der Knabe im Hauſe des