haben ſiets gethan, was in ihren Kräften ſtand; allein Sie konnten nicht — Sie konnten ſich nicht bis zu der Höhe der Liebe aufſchwingen, die ich für Sie hegte, und die eine größere Seele, als die Ihrige, vielleicht mit Stolz getheilt haben würde. Leben Sie wohl, Amalie! Ich habe Ihre Kämpfe geſehen. Wir wollen der Sache nun ein Ende machen. Wir Beide ſind des Spieles ja müde.“
Amalie ſtand furchtſam und ſchweigend da, während William ſo plötzlich die Kette, an der ſie ihn bis jetzt ge⸗ fangen gehalten, zerriß, und ſeine Unabhängigkeit, ſowie ſeine Superivrität erklärte. Er hatte ſich ihr ſo lange zu Füßen gelegt, daß das arme kleine Weibchen ſich da⸗ ran gewöhnt hatte, ihn mit Füßen zu treten. Sie wollte ihn nicht heirathen; und doch wünſchte ſie, ihn an ihre Perſon zu feſſeln. Sie wollte ihm Nichts bieten; er aber ſollte ihr Alles geben. Es iſt dieß ein Handel, der in Liebesangelegenheiten gar häufig vorkommt.
William's Ausfall hatte ſie ganz niedergeſchlagen. Ihr Angriff war ſchon längſt vorüber und zurückge⸗ ſchlagen.
„Soll ich Sie alſo ſo verſtehen, — daß Sie ge⸗ ſonnen ſeien, fort — fortzugehen — William 2“ ſagte ie.
Er lachte trübe.
„Schon einmal ging ich fort,“ ſagte er, „und kam nach zwölf Jahren zurück. Damals waren wir noch jung,
Amalie. Leben Sie wohl. Ich habe bei dieſem Spiele
genug von meinem Leben vergeudet.“
Während ſie ſo mit einander geſprochen hatten, war die in Mrs. Osborne's Zimmer führende Thüre ein Bis⸗ chen aufgegangen: und in der That hatte Rebekka den Griff der Thüre feſtgehalten, und denſelben ein klein wenig niedergedrückt, ſobald Dobbin's Hand nicht mehr darauf lag.


