Teil eines Werkes 
14. bis 19. Bändchen (1851)
Entstehung
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eine Gemüthsbewegung, welche die Sprechende ordentlich beben machten.

„Es iſt das doch nicht Ihr Ernſt, Amalie,“ ſprach William traurig. „Hoffentlich ſollen doch dieſe in der Uebereilung geſprochenen Worte nicht ein ganzes Leben voller Hingebung aufwiegen? Ich glaube, daß Georges Andenken durch meine Worte nicht geſchmäht worden iſt, und wenn es denn zu ärgerlichen Vorwürfen kommen ſoll, ſo kann ich Ihnen nur ſagen, daß ich wenigſtens von ſeiner Wittwe und der Mutter ſeines Sohnes keine verdiene. Denken Sie ſpäter noch darüber nach, wenn — wenn Sie Muße haben, und gewiß wird alsdann Ihr Gewiſſen dieſe Anklage zurücknehmen. Ja, es nimmt das⸗ ſelbe ſie jetzt ſchon zurück.“

Amalie ließ den Kopf ſinken.

„Nicht die geſtern geſprochenen Worte ſind es, was Sie bewegt,“ fuhr er fort. „Das iſt nur der Vorwand⸗ Amalie; oder aber habe ich Sie ſeit fünfzehn Jahren ver⸗ gebens geliebt und beobachtet. Habe ich nicht während die⸗ ſes Zeitraums alle Ihre Gefühle leſen, und alle Ihre Ge⸗ danken durchſchauen gelernt 2 Ich weiß, weſſen Ihr Herz fähig iſt: es kann ſich treu an eine Erinnerung an⸗ klammern, und einer Phantaſie nachhangen; allein es kann keine Anhänglichkeit fühlen, wie ſie zu der meinigen paßt, wie ſie die meinige verdient, und wie ich ſie bei einem großmüthigeren Frauenzimmer, als Sie ſind, auch gefunden haben würde. Rein, Sie ſind der Liebe nicht würdig, die ich Ihnen geweiht. Ich habe mir keinen Augenblick verhehlt, daß der Preis, für den ich mein Le⸗ ben eingeſetzt, nicht werth ſei, daß ich ihn zu gewinnen ſuche; daß ich ein Thor ſei, der, ſich in Phantaſien wie⸗ gend, ſeine ganze Wahrheit und ſeine ganze Gluth gegen einen kleinen ſchwachen Ueberreſt von Liebe vertauſche. Länger will ich nun nicht handeln; ich ziehe mich zurück. Ich mag Sie nicht tadeln. Sie ſind recht gutmüthig, und