Der Major war über dieſe Nachrichten nicht wenig erſtaunt und entſetzt.
Es war am Morgen (ehe die Zuſammenkunft mit Rebekka Statt fand) feſigeſetzt worden, daß Amalie am Abende ſich auf dem Hofballe einfinden ſollte. Das ſei wohl, dachte der Major, der beſte Ort, um ihr das Re⸗ ſultat ſeiner Erkundigungen mitzutheilen.
—In Folge deſſen ging der Major nach Hauſe, zog ſeine Uniform an, und ging nach Hof, in der Hoffnung, Mrs. Osborne zu ſehen.
Wer aber nicht kam, war Amalie.
Als er nach ſeiner Wohnung zurückkehrte, brannte kein einziges Licht mehr im Sedley'ſchen Logis. Er konnte ſie daher nicht vor dem nächſten Morgen ſprechen.
Wie er mit dem furchtbaren Geheimniſſe, das er mit ſich in's Bett nahm, ſchli nicht.
Am nächſten Morgen ſchickte er in aller Frühe, das heißt, ſobald er glaubte, daß es der Anſtand zulaſſe, ſei⸗ nen Bedienten mit einem Billet hinüber, worin ſtand, daß er durchaus mit ihr ſprechen müſſe.
Es kam eine Botſchaft zurück, des Inhalts, daß Mrs. Osborne äußerſt unwohl ſei, und ihr Zimmer hü⸗ ten müſſe.
Auch ſie hatte die ganze Nacht nicht geſchlafen. Sie hatte an Etwas gedacht, was ſie ſchon hundert Mal vor⸗ her unruhig, gemacht hatte. Hundert Mal war ſie auf dem Punkte geſtanden, nachzugeben, und hundert Mal war ſie Vor einem Opfer zurückgebebt, das ihr, wie ſie
fühlte, zu groß war. Sie konnte nicht, trotz ſeiner Liebe und ſeines treuen Ausharrens, und trotz ihrer eigenen zu Wag gekommenen freundſchaftlichen Achtung und Dank⸗ barkeit.
Was ſind Wohlthaten, was iſt Treue, was find
Verdienſte? Eine einzige Locke vom Kopfe eines Mäd⸗
„ weiß ich in der That


