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einer Schule gelehrt, und es war meine Mutter eine Franzöſin.“
Lady Grizzel wurde durch bieſe Demuth beſiegt, und gegen das kleine Weibchen ſanft geſtimmt. Sie bedauerte die fatalen, Alles gleichmachenden Tendenzen unſerer Zeit, die Leuten von allen Klaſſen den Zutritt in die Geſell⸗ ſchaft der Höherſtehenden geſtatteten? allein ihre Ladyſhip geſtend auf der andern Seite, daß dieſe Perſon wenig⸗ ſtens ſich anſtändig zu benehmen wüßte, und nie die ihr im Leben zukommende Stellung vergäße. Sie war eine recht gute Frau; gut gegen die Armen: dumm, tadellos, arglos.
Es iſt nicht die Schuld ihrer Ladyſhip, wenn ſie ſich für beſſer hält, als Dich und mich. Seit Jahrhunderten iſt ihren Ahnen ſtets der Saum des Kleides geküßt wor⸗ den: es heißt, es ſeien ſchon tauſend Jahre, daß die Tar⸗ tans des Hauptes der Familie von den Lords und Räthen des ſeligen Duncan angenommen worden, als der große Ahn des Hauſes König von Schottland wurde.
Was Lady Steyne betrifft, ſo gab ſie ſich nach der bekannten Muſikſcene überwunden, und war vielleicht Becky nicht ganz abgeneigt. Die jüngeren Damen des Gaunt'ſchen Hauſes mußten ſich nun ebenfalls unterwer⸗ fen. Zwar hetzten ſie noch ein Paar Mal gewiſſe Leute auf ſie; allein ſie wurden aus dem Felde geſchlagen. Die brillante Lady Stunnington brach mit ihr einige Lanzen, wurde aber von der unerſchrockenen kleinen Becky total geſchlagen, und, unter vielem Blutvergießen, in die Flucht gejagt.
Wenn Beckh angegriffen wurde, ſo nahm ſie zuweilen ein recht demüthiges, naives Weſen an: dann war ſie immer am Gefährlichſten. Sie ſprach, wenn ſie in ſolcher Laune war, mit der einfachſten, unaffectirteſten Miene das boshafteſte Zeug, und bat dann immer in ungekünſtelter Weiſe wegen ihrer Unbedachtſamkeit um Verzeihung, da⸗ mit Jedermann erfahren ſolle, was ſie geſagt.


