Teil eines Werkes 
14. bis 19. Bändchen (1851)
Entstehung
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heit und eine Demuth, welche die Anweſenden ärgerte, oder entwaffnete, oder beluſtigte, — wie es nun eben kam.

„Wie kaltblütig iſt doch dieſes Weib,“ ſagte der Eine; „wie unabhängig geberdet ſie ſich, und wie unge⸗ nirt thut ſie da, wo ſie ſtill ſitzen und dankbar ſein ſollte, wenn nur Jemand mit ihr ſpricht.“

„Was für eine ehrliche und gutmüthige Seele iſt ſie doch,“ ſagte ein Zweiter.

„Welch, ſchlauer kleiner Zieraffe,“ ſagte ein Dritter.

Hoͤchſt wahrſcheinlich hatten ſie Alle Recht; allein Becky ließ ſich nicht irre machen, und bezauberte die Künſtler dergeſtalt, daß ſie niemals mit Heiſerkeit be⸗ haftet waren, wenn ſie dieſelben bat, bei ihren Geſell⸗ ten zu fingen, und daß ſie ihr umfonſt Singunterricht gaben.

Ja, ſie gab in dem kleinen Hauſe in Curzon Street Geſellſchaften. Viele Dutzende von Wagen, mit blendend hellen Laternen, verſperrten die Straße, zum großen Aer⸗ ger von Nr. 100, wo man vor dem unabläßigen don⸗ nernden Niederfallen des Thürklopfers nicht ſchlafen konnte, und von Nr. 102, wo der Neid die Betreffenden nicht ſchlafen ließ.

Die koloſſalen Lakalen, die bei den Wagen waren, hatten in Becky's kleiner Vorhalle keinen Platz, und wur⸗ den in den benachbarten Wirthshäuſern untergebracht, wo ſie bei ihrem Bierkruge ſaßen, bis eigens dazu beſtellte Jungen ſie herbeiriefen, wenn man ſie brauchte.

Einige der großen Londoner Dandies drängten ſich auf der kieinen Treppe, wobei ſie einander auf die Füße traten, und lachend ihr Erſtaunen darüber ausdrückten, daß ſie ſich hier zuſammen gefunden, und gar viele ma⸗ kelloſe und ſtrenge Damen von Ton ſaßen in dem klei⸗ nen Salon, und hörten den Sängern zu, die ganz wie gewöhnlich, und wie wenn ſie die Fenſter einſingen woll⸗ ten, ſangen.

Und einen Tag darauf erſchien unter den faſhionab⸗