Teil eines Werkes 
14. bis 19. Bändchen (1851)
Entstehung
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gnügen, und ſuchte ſich zu überzeugen, daß ihr Sohn ſie aufrichtig liebe. Sie ſagte ſich, er müſſe ſie lieben. Alle Kinder ſeien ſo: ſtets für das Neue eingenommen, und — nein, nicht ſelbſtſüchtig, ſondern bloß eigenwillig. Ihr Kind müſſe auch ſeine Freuden und ſeinen Ehrgeiz auf der Welt haben. Sie ſelbſt habe ihm, durch ihre Selbſt⸗ ſucht und ihre unkluge Liebe zu ihm verleitet, bis daher die Rechte und Freuden vorenthalten, die er beanſpruchen könne.

Ich kenne wenige Dinge, die mehr geeignet ſind, einen Menſchen zu rühren, als dieſe furchtſame Erniedri⸗ gung und Selbſtdemüthigung eines Weibes. Wie ſie be⸗ kennt, daß die Schuld ſie treffe, und nicht den Mann: wie ſie alle Fehler und Sünden auf ſich nimmt; wie ſie gewiſſermaßen um Strafe für das Unrecht bittet, das ſie nicht begangen, und darauf beharrt, den wahren Schul⸗ digen zu ſchützen! die meiſte Liebe von Seiten der Frauen wird denjenigen zu Theil, ſo ſich Sünden gegen ſie zu Schulden kommen laſſen; — denn die Frauen ſind von Natur furchtſam und Tyranninen und mißhandeln dieje⸗ nigen, die ſich am Demüthigſten gegen ſie zeigen

So hatte ſich denn die arme Amalie mit ſtummem Schmerze auf den Weggang ihres Sohnes vorbereitet, und manche, manche lange einſame Stunde war ihr unter den nothigen Vorbereitungen verfloſſen. George ſtand an der Seite ſeiner Mutter, und beobachtete ihre Anordnun⸗ gen, ohne ſich im Mindeſten bekümmert zu zeigen. Es waren in ſeine Kiſichen Thränen gefallen; in ſeinen Lieb⸗ lingsbüchern waren gewiſſe Stellen unterſtrichen: alte Spielſachen, Reliquien, Schätze waren für ihn aufgehäuft, und mit ſeltſamer Nettigkeit und Sorgfalt zuſammenge⸗ packt worden, — und von allen dieſen Dingen nahm der Knabe keine Notiz

Das Kind geht lächelnd davon, während der Mutter das Herz bricht. Beim Himmel! Es iſt etwas Jammer⸗