Teil eines Werkes 
14. bis 19. Bändchen (1851)
Entstehung
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Eines Tages erhielt Miß Osborne in Ruſſell Square (ſeit zehn Jahren hatte Amalie den Namen oder die Nummer des Hauſes nicht mehr geſchrieben — ihre Jugend, ihre frühere Geſchichte drängte ſich ihr wieder auf, als ſie die Adreſſe ſchrieb) — eines Tages, ſagen wir, erhielt Miß Osborne von Amalien einen Brief, der ſie über und über erröthen machte, und Urſache war, daß ſie nach ihrem Vater hin blickte, der an ſeinem Platze am andern Ende des Tiſches ſaß, und ſeinen düſteren Gedanken nachhing.

In ungekünſtelter Weiſe führte Amalie die Gründe an, die ſie bewogen, in Betreff ihres Sohnes einen andern Entſchluß zu faſſen. Sie ſagte, ihr Vater hätte aber⸗ mals Unglück gehabt, wodurch er gänzlich zu Grunde gerichtet worden wäre. Ihr eigenes kleines Einkommen wäre ſo unbedeutend, daß es ſie kaum in Stand ſetzen würde, ihre Eltern zu unterhalten; und es wäre ihr dabei unmoglich, Georgy die Vortheile zuzuwenden, die ihm gebührten. So ſchwer es ihr auch ankommen würde, ſich von ihm zu trennen, ſo würde ſie doch, mit Gottes⸗ Hilfe, um des Knaben willen ſich zu dem Opfer ent⸗ ſchließen. Sie wüßte wohl, daß diejenigen, zu denen er käme, Allem aufbieten würden, um ihn glücklich zu machen. Endlich beſchrieb ſte noch ſeinen Charakter ſo, wie ſie ſich denſelben vorſtellte: ſchnell und ungeduldig gegen Zwang oder Härte; jedoch leicht durch Liebe und ein freundliches Weſen zu gewinnen. In einer Nachſchrift bemerkte ſie noch, daß ſchriftlich ausgemacht werden müßte, daß es ihr erlaubt wäre, das Kind ſo oft zu ſehen, als ihr beliebte: — weil ſie ſich unter keiner andern Bedingung von demſelben zu trennen vermöchte.

„Wie? Mrs. Stolz hat ſich endlich gedemüthigt. Je?“ ſagte der alte Osborne, als ihm Miß Ooborne mit zitternder Stimme und ganz haſtig den Brief vor⸗ las. — „Recht ausgehungert, he? ha, ha! Ich wußte wohl, daß es ſo weit kommen würde.“

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