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i abermals küßte ſie ihn wild, und entfernte ſich eiligſt.
Indeſſen wußte der Vater noch nicht, was dieſe Er⸗ klärung, ſowie der Ausbruch des heftigen Schmerzens, wo⸗ mit die arme Frau ihn verließ, zu bedeuten hatte.
Er hatte zu bedeuten, daß ſie ſich nun überwunden gebe. Das Urtheil war geſprochen. Das Kind mußte fort von ihr — mußte zu Andern gehen — mußte ſie vergeſſen. Ihr theuerſter Schatz — ihre Freude, ihre Hoffnung, ihre Liebe, der Gegenſtand ihrer Anbetung, — faſt ihr Gott! Sie mußte ihn nun aufgeben; — und dann — und dann wollte ſie zu George heimgehen, um mit ihm vom Himmel herab über dem Kinde zu wachen, und auf daſſelbe zu warten, bis es zu ihnen käme.
Faſt ohne es zu wiſſen, ſetzte ſie ihren Hut auf, und ging hinaus, und ſuchte die ſchmalen Hecken⸗Wege auf, die George einzuſchlagen pflegte, wenn er ſich von der Schule nach Hauſe begab, und bis wohin ſie dem Knaben gewöhnlich entgegen ging. Es war im Monat Mai, und ein halber Vakanztag. Die Blätter kamen alle her⸗ aus; das Wetter war prächtig: der Knabe kam ſtrotzend von Geſundheit, ſingend, und ſeine Schulbücher an einem Riemen haltend, auf ſie zugeſprungen. Da war er. Ihre beiden Arme hielten ihn umfangen. Nein, es war un⸗ möglich. Sie konnten ſich nicht von einander trennen.
„Was gibt es, Mutter?“ ſagte er; „Sie ſehen ja ſo blaß aus.“
„Es iſt Nichts, mein Kind,“ ſagte ſie, beugte ſich nieder und küßte ihn.
An dieſem Abende mußte der Knabe ſeiner Mutter die Geſchichte von Samuel vorleſen, und wie Hannah, ſeine Mutter, nachdem ſie ihn entwöhnt, zu Eli, dem Hohenprieſter, brachte, damit er dem Herrn diene. F Georgy las Hannä Lobgeſang, worin es alſo eißt:


