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viele Wochen, während welcher ſie keine Vertraute hatte. Auch konnte ſie wirklich keine haben, da ſie ſelbſt an die Moͤglichkeit eines Nachgebens von ihrer Seite ſchlechter⸗ dings nicht glauben konnte, obgleich ſie täglich mehr vor dem Feinde zurückwich, mit dem ſie zu kämpfen hatte.
Schweigend zog eine Wahrheit nach der andern ge⸗ gen ſie in's Feld, und behauptete ihren Boden. Armuth und Elend für Alle, Mangel und tiefe Erniedrigung für ihre Eltern, Ungerechtigkeit gegen den Knaben — ſo fie⸗ len die Außenwerke der Citadelle, worin die arme Seele leidenſchaftlich den einzigen, ihr übrig gebliebenen Schatz bewachte, eines nach dem andern.
Als der Kampf anging, hatte ſie an ihren Bruder in Calcutta einen Brief voll der zärtlichſten und flehent⸗ lichſten Bitten gerichtet, worin ſie ihm an's Herz legte, daß er doch die Unterſtützung, die er den Eltern bis da⸗ her hätte zukommen laſſen, nicht zurückziehen möchte. Sie malte ihm ihre einſame und unglückliche Lage in Aus⸗ drücken voll des evelſten, ungekünſteltſten Pathos. Sie kannte den wahren Sachverhalt nicht. Der von Jos aus⸗ geſetzte Jahrgehalt wurde immer noch regelmäßig bezahlt: nur bezog ihn jetzt ein Mann in der City, der ſich mit Gelddarlehen befaßte. Der alte Sedley hatte ihn näm⸗ lich an denſelben für eine gewiſſe Summe Geldes ver⸗ kauft, um damit ſeine bodenloſen Pläne zu verfolgen.
Emmy berechnete eifrig die Zeit, die verſtreichen würde, ehe eine Antwort auf den Brief kommen koͤnnte. Sie hatte in ihrem Notizenbuche das Datum des Tages verzeichnet, an dem ſie den Brief abſchickte.
Dem Vormunde ihres Sohnes, dem guten Major in Madras, hatte ſie von ihren Verlegenheiten und Be⸗ kümmerniſſen Nichts gemeldet. Sie hatte ſeit der Zeit, wo ſie ihr Glückwunſchſchreiben wegen der bevorſtehenden Heirath an ihn hatte abgehen laſſen, nicht mehr an ihn geſchrieben. Sie dachte mit krankhaftem Kleinmuthe dar⸗ an, wie nun auch dieſer Freund, — der einzige, der ſo


