Teil eines Werkes 
9. bis 13. Bändchen (1851)
Entstehung
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Alter von fünfundvierzig Jahren erreicht hatte, ſo war er doch in ſeinem ganzen Leben nicht ſo glücklich geweſen, ein halbes Dutzend rechtſchaffener Frauenzimmer, wenn man ſein Muſter von einem Weibe abrechnet, kennen zu lernen.

Alle, ſie und ſeine freundliche Schwägerin, Lady Jane, ausgenommen, deren ſanfte Natur ihn gezähmt und erobert hakte, machten den würdigen Oberſt ſcheu: und bei ſeinem erſten Erſcheinen in Gaunt Houſe hörte man ihn 6 andere Bemerkung machen, als die, daß es ſehr heiß ei.

Auch würde ihn Becky gewiß zu Hauſe gelaſſen haben, hätte die Tugend nicht Einſprache erhoben und gebieteriſch verlangt, daß ihr Mann an ihrer Seite ſein müſſe, um die furchtſame und unruhige kleine Creatur bei ihrem erſten Erſcheinen in der vornehmen Welt zu beſchützen.

Bei ihrem Erſcheinen trat Lord Steyne vor, nahm ſie bei der Hand, grüßte ſie mit vieler Höflichkeit, und ſtellte ſie Lady Steyne und ihren Ladyſhips, ihren Schwieger⸗ töchtern, vor. Ihre Ladyſhips machten drei vornehme Knickſe, und die älteſte unter ihnen reichte der eben Ein⸗ getretenen die Hand, — allein dieſe Hand war ſo kalt und leblos, wie Marmor.

Becky nahm ſie indeſſen mit dankbarer Demuth an, und warf ſich, nachdem ſie eine Verbeugung gemacht, welche dem berühmteſten Tanzmeiſter Ehre gemacht haben würde, Lady Steyne, ſo zu ſagen, zu Füßen, indem ſie anführte, wie ſeine Lordſchaft ihres Vaters früheſter Freund und Gönner geweſen, und wie ſie, Becky, von den Tagen ihrer Kindheit an, die Steyneſche Familie ehren und hochachten gelernt. Lord Steyne hatte nämlich dem ſeli⸗ gen Sharp einmal ein Paar Bilder abgekauft, und die

liebevolle Waiſe fand es natürlich unmöglich, ihre Dank⸗

barkeit für dieſe Gunſt zu vergeſſen. Sodann bekam Becky Lady Bareacres zu Geſicht; die

Obriſtin machte ihr gleichfalls eine höchſt reſpectvolle Vers