oder irgend einen grauſamen Streich gegen mich führen,“ ſagte Lady Gaunt.
Seine Frau und Schwiegertochter leiden zu ſehen, verſetzte ſeine Lordſchaft ſtets in gute Laune.
„Meine holde Blanche,“ ſagte er, „ich bin ein Gent⸗ leman, und lege nie Hand an ein Frauenzimmer, es ſei denn, in freundlicher Weiſe. Ich will nur kleine Fehler, woran Ihr Charakter leidet, verbeſſern. Ihr Frauen ſeyd gar zu ſtolz, und es gebricht Euch leider an der nöthigen Demuth, wie Pater Molé my Lady Steyne gewiß ſagen würde, wenn er hier wäre. Ihr müſſet nicht ſo vornehm thun, müſſet Euch keine Airs geben, ſondern müſſet ſanft⸗ und demüthig ſein, Ihr Holdinnen. Was man auch Lady Steyne geſagt haben mag, — dieſe verläumdete, einfache, gutlaunige Mrs. Crawleh iſt durchaus unſchuldig, ſogar noch unſchuldiger, als ſie ſelbſt. Zwar genießt ihr Mann nicht eben des beſten Rufes; allein er iſt auf jeden Fall ſo gut, wie der Bareacres', der ein Bischen geſpielt, und nicht ſehr viel bezahlt hat; der Sie um das einzige Le⸗ gat, das Ihnen zufiel, betrogen, und Sie mir, als eine Beitlerin, an den Hals geworfen hat. Auch iſt Mrs. Crawley nicht von gar hoher Geburt; allein ſie iſt nicht ſchlechter, als Fanny's berühmter Ahn, der erſte de la Jones.“
„Das Geld aber, das ich in die Familie gebracht habe, Sir,“ rief Lady George —
„Sie haben damit ein Rückfallsrecht erworben,“ ant⸗ wortete der Marquis finſter. „Stirbt Gaunt, ſo kann Ihr Mann zu ſeinen Ehren gelangen; Ihre kleinen Knaben können dieſelben erben, und wer weiß, was noch? Unter⸗
deſſen, Ladies, ſeien Sie außer dem Hauſe ſo ſtolz und⸗
tugendhaft, wie Sie wollenz nur geben Sie ſich keine Airs gegen mich. Was Mrs. Crawley's Ruf betrifft, ſo mag ich mir ebenſo wenig, als dieſem durchaus makel⸗ loſen und vorwurfsfreien Frauenzimmer dadurch Etwas vergeben, daß ich auch nur ſo weit gehe, um anzudeuten,


