Die Briggs ſah von dem Arbeitstiſche auf, an wel⸗ chem ſie im anſtoßenden Zimmer ſaß, und ließ einen tiefen Seufzer entfahren, als ſie den großen Marquis mit ſolcher Geringſchätzung von ihrem Geſchlechte ſprechen t
„Wenn Sie den abſcheulichen Schäferhund nicht aus dem Hauſe jagen,“ ſagte Lord Steyne, mit einem wilden Blicke, den er ihr über die Schulter weg zuwarf, „ſo laſſe ich ihn noch vergiften.“
„Ich gebe meinem Hunde ſtets von meinem eigenen Teller zu freſſen,“ ſagte Rebekka, boshaft lachend; und erſt nachdem ſie ſich einige Zeit an dem Aerger des Lords geweidet hatte, der die arme Briggs nicht ausſtehen konnte, weil ſie ſeine téte antétes mit der hübſchen Frau des Oberſten ſtörte, erbarmte ſich Mrs. Rawdon ihres Be⸗ wunderers, und befahl der Briggs, die ſie zu ſich herrief, das Kind ſpazieren zu führen, wobei ſie ſie auf das ſchöne Wetter aufmerkſam machte.
„Ich kann ſie nicht fortſchicken,“ ſagte Becky nach einer kleinen Pauſe in einem recht traurigen Tone. Ihre Augen füllten ſich, während ſie ſo ſprach, mit Thränen, und ſie wendete den Kopf weg.
„Sie ſind ihr vermuthlich ihren Lohn noch ſchuldig?“ ſagte der Pair.
„Es iſt noch ſchlimmer,“ ſagte Becky, immer noch ihre Augen niederſchlagendz „ich habe ſie zu Grunde ge⸗ richtet.“
„Sie zu Grunde gerichtet? — Warum jagen Sie ſie dann nicht fort?“ fragte der Herr.
„Das thun Männer,“ antwortete Becky bitter. „Die Frauen ſind nicht ſo ſchlecht, wie Ihr. Vergangenes Jahr, als wir auf unſere letzte Guinee reduzirt waren, hat ſie uns Alles gegeben. Sie ſoll mich nicht eher ver⸗ laſſen, als bis wir ſelbſt total zu Grunde gerichtet ſind, was nicht mehr lange anſtehen zu ſollen ſcheint, oder


