Teil eines Werkes 
9. bis 13. Bändchen (1851)
Entstehung
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einziges Beſtreben, eine reſpectable Frau zu ſein, und für eine ſolche gehalten zu werden.

Auch gelang es ihr, da ſie einen unvergleichlichen Eifer und ungemein viel Gewandtheit entwickelte, gar bald, ſich das Aeußere der vornehmen Welt anzueignen. Wir haben berichtet, wie es Zeiten gegeben, wo ſie ſich ſelbſt für eine vornehme Dame hielt, und⸗vergaß, daß ihre Kaſſe zu Hauſe leer war — daß ungeſtüme Gläu⸗ biger an der Thüre warteten, und daß ſie durch allerlei

„Künſte und Schmeicheleien die Leute, ſo ihr borgten, zu beſchwichtigen ſuchen mußte — mit einem Worte, daß ſie keinen feſten Boden hatte, auf den ſie treten konnte. Und als ſie im Wagen — im Familienwagen — zu Hofe fuhr, nahm ſie ein ſo ſtolzes, ſelbſtzufriedenes, entſchiede⸗ nes, und impoſantes Weſen an, daß ſogar Lady Jane darüber lachen mußte. Sie trat in die Köͤniglichen Ap⸗ partements ſtolz, und warf den Kopf in einer Weiſe in die Höhe, daß ſich keine Kaiſerin hätte daran ſchämen dürfen. Auch zweifle ich gar nicht, daß ſie, wäre ſie wirklich eine ſolche geweſen, in dieſer Rolle Beifall ge⸗ ärntet haben würde.

Wir ſind zu der Erklärung ermächtigt, daß Mrs. Rawdon Crawley's Costume de Cour am Tage, wo ſie ihrem Souverän vorgeſtellt wurde, überaus elegant und glänzend war. Wir mogen einige Damen geſehen haben, wir, die wir Sterne und Ordensbänder tragen, und uns bei den Aſſembléen in St. James' Palaſt ein⸗ finden, oder wir, die wir in kothbeſchmutzten Stiefeln Pall⸗Mall auf⸗ und abſchlendern, und in die Kutſchen hinein gucken, wenn dieſelben mit den vornehmen, in ihren Federn prangenden Leuten vorüberfahren — wir mögen, ſage ich, an einem Lever⸗Tage um zwei Uhr einige faſhio⸗ nable Damen geſehen haben, während die bebortete Jacken tragende Muſikbande der Leibgarde auf ihren ſich bäu⸗ menden Muſikſtühlen, ihren ſchneeweißen Schimmeln — die zu dieſer frühen Tageszeit keineswegs liebliche und