Teil eines Werkes 
9. bis 13. Bändchen (1851)
Entstehung
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Perſon von ſo durchaus tadelhaftem und unanſtändigem Lebenswandel nimmermehr den Zutritt in ihren keuſchen Salon geſtattet haben würde. Wenn wir aber auf der andern Seite bedenken, daß es der erſte Gentleman in

Europa war, in deſſen hoher Gegenwart Mrs. Rawdon

ihr Eramen machte, und gleichſam in der Reputation gra⸗ vuirte, ſo iſt es gewiß offene Unloyalität, noch länger an ihrer Tugend zu zweifeln.

Was mich betrifft, ſo blicke ich mit Liebe und Ehr⸗ furcht auf dieſen großen, hiſtoriſchen Charakter zurück. Ah, welch' hoher Maßſtab mußte auf dem Markte des Lebens bei der Würdigung eines Gentleman angelegt wer⸗ den, wenn jenes hochverehrte, erhabene Weſen, unter all⸗ gemeiner Zuſtimmung des gebildeten Theils unſers Lan⸗ des, mit dem Titel eines Premier Gentilhomme ſeines Reiches belegt wurde. Erinnerſt Du Dich noch, mein lieber M—, o Freund meiner Jugend, wie an einem ſeligen Abende vor fünf und zwanzig Jahren, als, unter der Direction Elliſton's, der „Heuchler“ geſpielt wurde, wobei Dowton und Liſton auftraten, zwei Knaben von

ihren loyalen Lehrern vie Erlaubniß erhielten, die Slaugh⸗

ter⸗Houſe⸗Schule, wo ſie erzogen wurden, zu verlaſſen, und auf der Bühne von Drury Lane unter einer Menge zu erſcheinen, die ſich dort verſammelt hatte, um den König zu begrüßen.

Der König? Da war er. Leibwächter ſtanden vor der Loge des Monarchen; der Marquis von Steyne (Lord des Puder⸗Cabinets), und andere hohe Staatsbe⸗ amte ſtanden hinter dem Stuhle, auf dem er ſaß. Er ſaß da mit blühendem Geſichte und mit Orden überdeckt: ſeine Geſtalt war ſtattlich und ſein Haar reich und lockig.

Wie ſangen wir va: God save the king! Wie hallte es in dem Hauſe von dieſer herrlichen Muſik, und wie erzitterte es davon! Wie rief man Vivat, und wie ſchrie man, und wie wehte man mit den Taſchentüchern! Da⸗ men weinten: Miütter drückten ihre Kinder an ſich und

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