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„Er wird die Engländer überwältigen,“ ſchrie Iſidor ſeinem Herrn zu, „und noch heute Abend hier ſein.“
Der Bediente ſprang zwiſchen dem Hauſe und ver Gaſſe beſtändig hin und her, und brachte ſtets neue Ein⸗ zelheiten über das große Unglück. Jos' Geſicht wurde jeden Augenblick bläſſer. Die Angſt fing an, ſich des, dicken Civiliſten ganz und gar zu bemächtigen. Aller Champagner, den er trank, war umſonſt: ſein Muth ſchwand immer mehr. Vor Sonnenuntergang hatte ſeine Aengſtlichkeit einen Grad erreicht, der ſeinem Freunde Iſidor Freude verurſachte; denn nun zählte Letzterer ſicher darauf, daß das Eigenthum des Beſitzers des polniſchen Rockes ſeine Beute werden würde.
Während dieſer ganzen Zeit waren die Damen in einem beſondern Zimmer. Als die wackere Majorin dem Kanonendonner einen Augenblick zugehoͤrt hatte, dachte ſie an ihre Freundin im andern Zimmer, und lief hinein, um Amalie zu bewachen, und, wo möglich, ſie zu tröſten. Der Gevanke, daß das hülfloſe und ſanfte Ge⸗ ſchöpf ihrem Schutze anvertraut ſei, verlieh dem natür⸗ lichen Muthe der ehrlichen Irländerin neue Stärke. Sie blieb fünf Stunden an der Seite ihrer Freundin: bald machte ſie ihr Vorſtellungen, bald ſprach ſie heitere Worte, noch öfter aber ſchwieg ſie, und ſandte bange, ſtumme Gebete zum Himmel empor. „Ich ließ ihre Hand erſt nach Sonnenuntergang los, als die Kanonen ausge⸗ donnert hatten,“ ſagte die ſtarke Frau ſpäter.
Pauline, die Bonne, lag in einer Kirche, dicht neben dem Hauſe, auf den Knien, und betete für son homme à elle.
Als die Kanonade verſtummt war, trat Mrs. O'Dowd aus Amaliens Zimmer in das anſtoßende Gemach, wo Jos ſaß, zwei leere Flaſchen vor ſich ſtehen, und den Muth ganz und gar verloren hatte. Ein Paar Male hatte er ſich in das Schlafzimmer ſeiner Schweſter her⸗ eingewagt, wobei er äußerſt erſchrocken ausſah, und es


