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„Gewiß, nie, Amalie,“ ſagte die Andere, immer noch mit geſenktem Kopfe.
„Wer nahm ſich Deiner als Freundin an, als Du noch ganz arm warſt? War ich Dir nicht eine Schwe⸗ ſter? Du haſt uns Alle in glücklicheren Tagen geſehen, ehe er mich heirathete. Damals war ich ihm Alles in Allem; oder würde er ſonſt ſein Vermögen, ſeine Fa⸗ milie, in ſo edelmüthiger Weiſe aufgegeben haben, um mich glücklich zu machen? Warum biſt Du zwiſchen meine Liebe und mich getreten? Wer hat Dir den Auf⸗ trag gegeben, diejenigen zu trennen, die Gott zuſammen gefügt hat, und mir das Herz meines Lieblings — mir meinen Gatten zu ſtehlen? Glaubſt Du, Du könneſt ihn lieben, wie ich ihn liebte? Seine Liebe war für mich Alles in Allem. Du wußteſt es, und wollteſt mir die⸗ ſelbe ſtehlen. Pfui, Rebekka; ſchlechtes, gottloſes Weib — falſche Freundin und falſche Frau.“
„Amalie, ich betheure vor Gott, daß ich meine Pflicht gegen meinen Mann keinen Augenblick aus den Augen geſetzt habe,“ ſagte Rebekka, ſich von ihr wegwendend.
„Biſt Du Dir keines Unrechts bewußt, das Du mir zugefügt, Rebekka? Du haſt es verſucht, allein es gelang ſu nicht. Frage Dein Herz, ob es ſich nicht ſo ver⸗ ält.“
„Sie weiß Nichts,“ dachte Rebekka.
„Er iſt zu mir zurückgekommen. Ich wußte wohl, daß es ſo kommen würde. Ich wußte, daß keine Lüge, keine Schmeichelei ihn mir lange entziehen konnte. Ich wußte, daß er zu mir zurückkommen würde. Gott hat mein Gebet erhört.“
Die arme Frau ſprach dieſe Worte mit einem Feuer und einer Geläufigkeit, die Rebekka noch nie bei ihr be⸗ merkt hatte, und wobei Letztere ganz verſtummte.
„Was habe ich Dir denn aber gethan,“ fuhr Amalie in wehmüthigerem Tone fort, „daß Du den Verſuch machteſt, mir ihn zu entreißen? Ich habe ihn erſt ſechs


