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Amalie hinzugehen und dieſelbe zu tröſten. „Au revoir,“ ſagte ſie, dem Herrn Joſeph eine Kußhand zuwerfend, und klopfte dann ſanft an die Thüre ſeiner Schweſter.
Als ſie hereinttat, und die Thüre ſich hinter ihr ſchloß, ſank er auf einen Stuhl, und ſtarrte, und ſeufzte, und keuchte aus Leibeskräften. „Dieſer Rock iſt gar enge für Milord,“ ſagte Iſidor, deſſen Auge ſich immer noch nicht von den Schnüren und Quaſten abwenden konnte; allein ſein Herr hörte ihn nicht: ſeine Gedanken waren an einem andern Orte: bald verloren ſie ſich in wahn⸗ ſinniger Gluth, in der Betrachtung der bezaubernden Re⸗ bekka: bald bebten ſie ſchuldbewußt vor der Erſcheinung des eiferſüchtigen Rawdon Crawley, mit ſeinem gekräu⸗ ſelten grimmigen Schnurrbarte, und ſeinen furchtbaren, ge⸗ ladenen und geſpannten Duell⸗Piſtolen, zurück.
Die Erſcheinung Rebekka's erfüllte Amalie mit Schre⸗ cken, und machte ſie zurückbeben. Sie rief ſie in die Welt zurück, und erinnerte ſie wieder an Alles, was in der ver⸗ floſſenen Nacht vorgefallen war. In der überwältigenden Furcht wegen der Dinge, die da kommen ſollten, hatte ſie Rebekka — hatte ſie die Eiferſucht — hatte ſie Alles ver⸗ geſſen, und dachte nur noch daran, daß ihr Gatte fort ſei und in Gefahr ſchwebe. Auch wir haben nicht in dieſes kummererfüllte Zimmer eindringen wollen, bis das uner⸗ ſchrockene, weltlich geſinnte Geſchöpf hereinkam und den Zauber brach und die Klinke in die Höhe hob. Wie lange hatte die arme junge Frau auf den Knien gelegen! Welche Stunden ſtummen Gebetes und bitterer Niedergeſchlagen⸗ heit hatte ſie da zugebracht! Die Perſonen, die uns über die Kriegsbegebenheiten berichten und uns glänzende Kämpfe und Triumphe ſchildern, ſagen uns von dergleichen Dingen gar ſelten Etwas. Es ſind dieß zu unbedeutende Epiſo⸗ den des großen Dramas, und man hört inmitten des Ju⸗ belgeſchreies beim großen Siegeschore das Klaggeſchrei der Wittwen und die Seufzer der Mütter nicht. Und doch, wann ſind ſolche ausgeblieben! Wann haben ſolche demü⸗


