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„Meine liebe Madame,“ erwiederte Jos, der jetzt an⸗ fing, ganz beſänftigt zu werden. „Haben Sie keine Angft. Ich ſagte nur, daß ich gern gehen würde — welcher Brite hätte wohl auch einen andern Gedanken? Allein meine Pflicht hält mich hier zurück: ich kann das arme Geſchöpf in dem Zimmer dort nicht allein laſſen.“
Und er deutete mit dem Finger auf die Thüre des Zimmers, worin Amalie ſich befand.
„Guter edler Bruder!“ ſagte Rebekka, ihr Taſchen⸗ tuch nach ihrem Auge hin bewegend, und an dem kölniſchen Waſſer, womit es parfümirt war, riechend. „Ich habe Ihnen Uarecht gethan: Sie haben ein Herz. Ich glaubte, Sie hätten keines.“
„Oh, bei meiner Ehre!“ ſagte Jos, eine Bewegung machend, als wollte er die Hand auf den in Frage ſtehen⸗ ſten Fleck legen. „Sie thun mir Unrecht, ja gewiß, Sie thun mir Unrecht — meine liebe Mrs. Crawley.“
„Ich ſehe es wohl, daß Ihr Herz Ihrer Schweſter ſo treu iſt. Aber ich kann mich wohl noch erinnern, wo es falſch, wo es mir untreu war — und das war vor zwei Jahren!“ ſagte Rebekka, einen Augenblick ihre Au⸗ gen auf ihn heftend und dann ſich nach dem Fenſter hin wendend.
Jos erröthete heftig. Das Organ, das ihm, laut der Anklage Rebekka's abging, fing an, gewaltig zu klo⸗ pfen. Er erinnerte ſich wieder der Tage, wo er ihr ent⸗ flohen war, ſowie der Leidenſchaft, die ſie ihm einſt einge⸗ flößt — der Tage, wo er in ſeinem Wagen mit ihr ausgefahren, wo ſie für ihn die grüne Boͤrſe geſtrickt — wo er, in den Anblick ihrer weißen Arme und ihrer glän⸗ zenden Augen verſunken, dageſeſſen und ſo unendlich gluck⸗ lich geweſen war.
„Ich weiß, Sie halten mich für undankbar,“ fuhr Rebekka fort, aus dem Fenſter wieder hervortretend und ihn abermals anſehend. Sie ſprach leiſe und mit zittern⸗ der Stimme. „Ihre Kälte, Ihre ſich von mir abwenden⸗


