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durch Troſtgründe zu lindern. Er ſtand einen Augenblick da, und ſah ſie, unmächtig und von Mitleid überwältigt, an, wie ein Vater ein leidendes Kind anſieht.
Endlich ergriff George Emmy's Hand, und führte ſie in das Schlafzimmer zuruck, aus dem er allein heraus⸗ trat. In dieſem Augenblicke war der Abſchied erfolgt, und er hatte ſich entfernt.
„Dem Himmel ſei gedankt, daß es nun vorüber iſt,“ vachte George,“ mit dem Degen unter dem Arme die Treppe hinabſpringend; und während er auf den Alarm⸗ platz eilte, wo das Regiment gemuſtert wurde, und wohin Soldaten und Offiziere aus ihren Quartieren liefen, ſchlug ſein Puls heftig, und überflog ſeine Wange eine glühende Roͤthe: das große Kriegsſpiel ſollte nun angehen, und er einer der Mitſpielenden ſein. Welch' wilde Aufregung von Zweifeln, Hoffnungen und Freuden! Um welch' ungeheuren Verluſt, oder um welch' ungeheuren Gewinnſt handelte es ſich! Was waren all' die Haſardſpiele, die er in ſeinem Leben geſpielt, in Vergleich mit dieſem ? An allen Käm⸗ pfen, die athletiſche Gewandtheit und Muth erforderten, hatte ſich der junge Mann ſeit ſeinen Knabenjahren eifrigſt, ja tollkühn betheiligt. Die Bravos der Kameraden waren dem Vorfämpfer ſeiner Schule und ſeines Regiments überall gefolgt; von dem Cricketſpiele des Knaben bis zu den Garniſons⸗Wettrennen hatte er hundert Triumphe ge⸗ feiert; und überall hatten Frauen und Männer ihn be⸗ wundert und beneidet. Für welche Eigenſchaften wird ein Menſch ſo raſch mit Beifall belohnt, wie für die der kör⸗ perlichen Ueberlegenheit, der körperlichen Thätigkeit und des Muthes? Seit unvordenklichen Zeiten ſind Körper⸗ ſtärke und Muth von Barden und in Romanzen gefeiert worden; und von der Belagerung Trojas bis auf dieſen Tag hat die Poeſie ſtets einen Krieger zu ihrem Helden erkoren. Ich möchte wohl wiſſen, ob die Menſchen etwa deßhalb, weil ſie innerlich Feiglinge ſind, die Tapferkeit ſo fehr bewundern, und kriegeriſche Großthaten ſo unend⸗


