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des Regiments Amalien noch einmal zu Geſicht zu bekom⸗ men, und ſich durch ihren Anblick noch einmal zu ſtärken und zu laben, ſo wurde ſein Egoismus gerade ſo beſtraft, wie er es verdiente. Die Thüre von Jos' Schlafzimmer communicirte mit dem Familienwohnzimmer, und dieſer Thüre gegenüber war die, welche in Amaliens Zimmer führte. Die Hörner hatten Jedermann aufgeweckt: von einer Verheimlichung der wahren Sachlage konnte nun keine Rede mehr ſein. George's Diener war in dieſem Zimmer mit Einpacken beſchäftigt, wobei Osborne öfters aus dem anſtoßenden Schlafzimmer kam, und dem Be⸗ dienten ſolche Gegenſtände hinwarf, die er in's Feld mit⸗ nehmen wollte. Bald bot ſich auch Dobbin die ſo heiß er⸗ ſehnte Gelegenheit dar, Amaliens Angeſicht noch einmal zu ſchauen. Aber wie war nun dieſes Geſicht beſchaffen! Es war ſo weiß, ſo wild und verzweiflungsvoll, daß ihn die Erinnerung daran ſpäter wie ein Verbrechen verfolgte: es war für ihn ein Anblick, der ihn mit unausſprechlichen Qualen der Sehnſucht und des Mitleids erfüllte.
Sie war in ein weißes Morgenkleid gehullt: ihre Haare fielen auf ihre Schultern herab, und ihre großen Augen waren ſtarr und glanzlos. Um bei den Vorberei⸗ tungen zum Abmarſche nicht müßig zu ſein, und um zu zeigen, daß auch ſie in einem ſo kritiſchen Augenblicke zu Etwas nütz ſein könne, hatte die arme Seele eine George gehörende Schärpe von der Kommode genommen, auf der ſie lag, und folgte ihm, mit dieſer Schärpe in ver Hand, bald dahin, bald dorthin, wobei ſie dem Verpackungspro⸗ ceſſe ſtumm zuſah. Sie kam heraus, und lehnte ſich an die Wand, wobei ſie die Schärpe an ihren Buſen hielt, von dem das ſchwere carmeſinrothe Netz wie ein ungeheurer Blut⸗ flecken herabhing. In unſerem ſanftmüthigen Capitän regte ſich ein Gefühl der Schuld, als er ſie ſo anſah. „Guter Gott,“ vachte er, „und einen ſolchen Schmerz habe i zu erlauſchen gewagt?“ Und da war nicht zu helfen: es gab kein Mittel, dieſen hülfloſen, ſtummen Kummer


