228
nun einmal haben, den größtmöglichen Nutzen zu ziehen ſuchen.“ Und ſo traf Capitän Crawley, der vor den letzten Monaten ſeines Lebens, wo die Liebe den Dragoner be⸗ meiſterte, ſelten an etwas Anderes gedacht hatte, als an ſich ſelbſt, ſeine letzten Verfügungen, und ging die ver⸗ ſchiedenen Items des kleinen Verzeichniſſes ſeiner Effecten durch, um zu ſehen, wie viel Geld für ſeine Frau daraus zu ziehen wäre, falls ihm ein Unglück zuſtoͤße. Er fand eine Freude daran, mit einem Bleiſtifte — daß ſeine Handſchrift der eines Schulknaben glich, wiſſen wir ſchon — die verſchiedenen Items ſeines Mobiliarvermogens, woraus ſeine Frau Geld machen konnte, zu notiren: — wie z. B., „meine Doppelflinte, von Manton gearbeitet, 40 Guineen; mein mit ſchwarzem Pelzwerke gefütterter Mantel zum sfchren 50 Pfund; meine Duell⸗Piſtolen in dem Käſtchen von Roſenholz, (die nämlichen, womit ich Capitän Marker erſchoß) 20 Pfund;z meine Sattelholftern und Schabracken; meine ditto von Laurie,“ u. ſ. f., mit welchen Gegenſtänden allen Rebekka ſchalten konnte, wie ſie wollte.
Seinem Sparſamkeitsplane getreu, kleidete ſich der Capitän in ſeine älteſte und ſchäbigſte Uniform; ebenſo nahm er auch ſeine ſchlechteſten Epauletten, und ließ alles Neue unter der Obhut ſeiner Frau (oder nach Umſtänden auch ſeiner Wittwe) zurück. Und ſo zog dieſer famoſe Dandy von Windſor und Hyde Park aus, ſo mager und beſcheiden ausgeſtattet, wie ein Unteroffizier, und mit einer Art von Gebet für die Frau, von ver er ſchied, auf den Lippen. Er hob ſie in die Höhe, und hielt ſie, feſt an ſein ſtarkklopfendes Herz gedrückt, eine Minute in ſei⸗ nen Armen. Sein Geſicht war purpurroth, und ſein Auge trübe, als er ſie wieder auf den Boden niederließ, und ſich entfernte. Er ritt ſchweigend neben ſeinem Ge⸗


