Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1850)
Entstehung
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ſeiner Heirath genoſſen. Seine Frau hatte ihn unauf⸗ hörlich zu unterhalten gewußt, und er hatte ſein Haus und ihre Geſellſchaft unendlich angenehmer gefunden, als irgend einen Ort, over irgend eine Geſellſchaft, ſo er von den Tagen ſeiner Kindheit an bis daher beſucht hatte. Auch verwünſchte er ſeine früheren Thorheiten und Ertra⸗ vaganzen, und bedauerte mehr, als Alles, ſeine keineswegs unbedeutenden Schulden, die ſich ſeiner Frau bei ihren Glücksprojecten ſtets als Hinderniſſe in den Weg ſiellen mußten. Oft hatte er bei ſeinen mitternächtlichen Unter⸗ redungen mit Rebekka darüber geſeufzt, obgleich ſie ihm während ſeines Junggeſellenſtandes keinen Augenblick Un⸗ ruhe verurſacht hatten. Ihm ſelbſt fiel dieſes Phänomen auf. „Zum Henker,“ pflegte er zu ſagen (vielleicht be⸗ diente er ſich auch eines noch ſtärkeren Ausdrucks, den er ſeinem einfachen Woͤrterbuche entlehnte), „vor meiner Heirath unterſchrieb ich ſo viele Wechſel, als man nur wollte, und ſo lange Moſes warten, oder Levi auf wei⸗ tere drei Monate prolongiren wollte, kümmerte ich mich nie viel darum. Seitdem ich aber verheirathet bin, habe ich, ich gebe Dir mein Ehrenwort darauf, keinen Fetzen Stempelpapier angerührt, es ſei denn, wie ſich von ſelbſt verſteht, wenn ein Wechſel prolongirt wurde.“

Rebekka wußte dieſe Anfälle von Melancholie ſtets zu verſcheuchen. „Ei, ei, Du dummer Menſch,“ pflegte ſie zu ſagen, „mit Deiner Tante iſt es noch nicht aus. Haben wir Nichts mehr von ihr zu hoffen, ſo kann man immer noch zur Gazette ſeine Zuflucht nehmen; oder halt! ich habe noch einen andern Plan für den Fall, daß Dein Oheim Bute ſtirbt. Die Pfründe hat ſtets dem jüngern Bruder gehört, und warum ſollteſt Du nicht Deine Stelle verkaufen, und Dein Glück bei der Kirche ſuchen?“

Der Gedanke an dieſe Bekehrung machte Rawdon laut auflachen: man hätte die ha! ha! des gewaltigen

Der Jahrmarkt des Lebens. I. 15