Dieſe gewichtigen Erwägungen lleßen es ihm auch als räthlich erſcheinen, mit der Heirath ſo viel wie mog⸗ lich zu eilen. Wollte er etwa ſelbſt die Sache balvmög⸗ lichſt abgethan wiſſen ? wie die Leute, wenn ein Todesfall vorkommt, das Begräbniß gern beſchleunigen, oder wenn ein Abſchied Statt finden ſoll, mit demſelben Eile haben?
So viel iſt einmal gewiß, daß Herr Dobbin, nach⸗ dem er die Sache in ſeine Hände genommen, dieſelbe ungemein eifrig betrieb. Er ſtellte George wiederholt und auf's Einvringlichſte vor, wie nothwendig es wäre, ſchnell zu Werke zu gehen: er wies auf die Ausſichten hin, die er habe, ſich mit ſeinem Vater wieder auszu⸗ ſohnen, und ſetzte hinzu, däß eine günſtige Erwähnung ſeines Namens in der Gazette nicht verfehlen könne, die Ausſöhnung zwiſchen Vater und Sohn herbeizuführen. Wenn es nothwendig ſei, ſo wolle er ſelbſt hingehen, und bei den beiden Vätern die Sache auf ſich nehmen. Auf jeden Fall aber erſuchte er George, die Sache abzuthun, ehe der allgemein erwartete Marſchbefehl käme, der das Regiment in's Ausland riefe.
Und mit dieſen Heirathsprojekten eifrigſt beſchäftigt, und mit der Zuſtimmung und Billigung der Mrs. Sed⸗ ley, der es nicht ſonderlich darum zu thun war, die Sache ihrem Manne perſoͤnlich mitzutheilen, ging Herr Dobbin fort, um John Sedley in ſeinem Abſteigequartier in der City, dem Tapioca⸗Kaffeehauſe, aufzuſuchen, wohin, ſeit⸗ dem ſein Comptvir geſchloſſen war, und das Fatum ihn ereilt hatte, der arme, gebeugte, alte Herr tagtäglich zu gehen, und wo derſelbe Briefe zu ſchreiben und zu em⸗ pfangen, ſowie daraus myſteriöſe Päckchen zu machen pflegte, deren er ſtets einige in den Taſchen ſeines Rockes mit herum trug. Ich kenne nichts Traurigeres, als ſolche Geſchäftigkeit und Geheimnißthuerei bei einem ruinirten Manne; als jene Briefe von reichen Leuten, die er Einem zeigt: als jene abgegriffenen, ſchwierigen Dokumente, die Unterſtützung verſprechen, und Beileidsbezeigungen enthal⸗
—


