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nur erleichterte, indem ſie den Kopf auf ihres Geliebten Schultern legte, und dort eine Weile die zärtlichſten, reich⸗ lichſten und erfriſchendſten Thränen weinte, dachte die alte Mrs. Sedley, ver nun auch ein gewaltiger Stein vom Halſe gewälzt war, es werde wohl das Beſte ſein, wenn ſie die jungen Leute ſich ſelbſt überlaſſe; ſie ließ daher Emmy allein, und dieſe weinte, und küßte demü⸗ thig George's Hand, als ob er ihr oberſter Herr und Meiſter, ſie aber eine total unwürdige, ſchuldbeladene Perſon wäre, die ſeiner Gunſt und Gnade in hohem Grade bedürfe.
Dieſes demüthige Weſen und bieſer ſüße, gelaſſene Gehorſam rührte George Osborne eben ſo ſehr, wie er ihm ſchmeichelte: das heißt, außerordentlich. Er ſah in dem einfachen, nachgiebigen, treuen Geſchöpfe eine Sklavin vor ſich, und ſeine Seele erbebte ingeheim vor Stols und Freude, als er ſeine Macht ſo kennen lernte. Als Sul⸗ tan wollte er großmüthig ſein, und dieſe kniende Eſther aufrichten, und eine Königin aus derſelben machen; auch rührten ihn ihre Traurigkeit und ihre Schoͤnheit ebenſo ſehr, wie ihr unterwürfiges Weſen; daher ermunterte er ſie, richtete ſie auf, und verzieh ihr, ſo zu ſagen. Alle ihre Hoffnungen und Gefühle, die dahin ſtarben und im Verwelken begriffen waren, weil dieſe ihre Sonne ihr entrückt worden, blühten abermals und alsbald, als ihnen das Licht wieder geſchenkt war. Man hätte an jenem Abende wohl ſchwerlich das kleine ſtrahlende Geſicht auf Amaliens Kiſſen für dasjenige wieder erkannt haben, das in der Nacht zuvor ſo abgehärmt, ſo leblos, ſo unbeküm⸗ mert um Alles, was um ſie her vorging, darauf gelegen. Das ehrliche iriſche Dienſtmädchen bat, entzückt von der Veränderung, um Erlaubniß, das Geſicht küſſen zu dür⸗ fen, das mit einem Male ſo roſig geworden war. Amalie umfing das Mädchen mit ihren Armen, und küßte ſie, wie ein Kind, von ganzem Herzen. Sie war auch kaum mehr, als ein Kind. In jener Nacht erfreute ſie ſich


