Allem wieder in eine fröhliche Stimmung verſetzen und etwas geſund werden laſſen müſſe, ehe ſie hoffen könne, den löblichen Zweck, den ſie im Auge hatte, zu erreichen. Wohin ſollte ſie aber gebracht werden? das war die nächſte Schwierigkeit. „Der einzige Ort, an dem es nicht wahrſcheinlich, daß ſie die odiöſen Rawdons trifft, iſt die Kirche, und die amüſirt ſie nicht:“ ſo dachte, und fühlte Mrs. Bute ganz richtig. Dann dachte ſie weiter: „Wir müſſen nach unſern ſchönen Londoner Vorſtädten gehen. Ich höre, daß dieſelben die maleriſchſten von der Welt ſind;“ und ſo fühlte ſie ein plötzliches Intereſſe für Hampſtead, und Hornſey, und fand, daß Dulwich große Reize für ſie habe; ließ ihr Opfer in ihren Wagen brin⸗ gen; fuhr mit ihr nach jenen ländlichen Plätzen; ver⸗ kürzte bei dieſen kleinen Reiſen die Zeit auf angenehme Weiſe mit Geſprächen über Rawdon und deſſen Frau, und erzählte der alten Dame jede Geſchichte, die ihre Entrüſtung wider das verworfene Paar erhöhen konnte.
Vielleicht zog ſie die Schlinge feſter zu, als noth⸗ wendig war. Denn obgleich ſie Miß Crawley einen ge⸗ hörigen Widerwillen gegen ihren ungehorſamen Neffen beibrachte, ſo hatte doch auch auf der andern Seite die Patientin eine geheime Furcht vor ihrer Peinigerin; ſie haßte dieſelbe gewaltig, und ſehnte ſich nach ihrer Erlö⸗ ſung. Nach kurzer Zeit empörte ſie ſich wider Highgate und Hornſey, und wollte ſchlechterdings Nichts mehr da⸗ von wiſſen. Sie wollte im Park ſpazieren fahren. Mrs. Bute aber wußte, daß ſie dort den abſcheulichen Rawdon treffen würde, und ſie hatte Recht. Eines Tages ließ im Rondell Rawdon's Stanhope ſich ſehen; Rebekka ſaß ihrem Manne zur Seite. In dem feindlichen Wagen nahm Miß Crawley ihren gewöhnlichen Platz ein: Mrs. Bute war zu ihrer Linken, der Pudel und Miß Briggs auf dem Rückfitze. Es war ein peinlicher Augenblick, und Rebekka's Herz ſchlug, ſo bald ſie den Wagen erkannte, ſo chnell es nur konnte; und als die zwei Wagen hart


