Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

40⁰

manſchreiber) das Publikum durch Schmeicheleien zu be⸗ wegen, eine Predigt hinzunehmen, wenn der Leſer nur für eine Komödie zahlt. Indeſſen dürfen wir, auch ohne eine Predigt auftiſchen zu wollen, gewiß unſere Leſer bitten, die Wahrheit im Auge zu behalten, daß das geſchäftige Gedränge, und der Triumph, und das Gelächter, und die Fröhlichkeit, welche der Jahrmarkt des Lebens öffent⸗ lich darbietet, dem Schauſpieler nicht immer auch in das Privatleben folgt, und daß die traurigſie Niederge⸗ ſchlagenheit und die trübſeligſte Reue ſich deſſelben bis⸗ weilen bemächtigen. Die Erinnerung an die koſtlichſten Bankette wird wohl ſchwerlich kranke Epicuräer aufzuhei⸗ tern im Stande ſein. Erinnerungen, wie die, daß ſie einſt die kleidſamſten Anzüge beſeſſen, und die glänzend⸗ ſten Balltriumphe gefeiert, werden zum Troſte verwelkter Schönheiten immer nur wenig beitragen. Vielleicht macht es Staatsmännern in einer gewiſſen Periode ihres Lebens keine ſonderliche Freude, über die glanzvollſten Abſtim⸗ mungen nachzudenken; und die Erfolge oder Freuden von geſtern ſchrumpfen gar gewaltig zuſammen, wenn ein ge⸗ wiſſes (obwohl ungewiſſes) Morgen, an das wir doch Alle einmal, ſei es früher oder ſpäter, denken müſſen, in Ausſicht ſteht. O meine Brüder, die ihr mit mir die Schellenkappe traget! Gibt es nicht Augenblicke, wo Einen die Luftſprünge, und das Lachen, und das Schellenge⸗ klingel anekeln? Mein liebenswürdiger Zweck, theure Freunde und Genoſſen, iſt der, mit Euch über den Jahr⸗ markt hinzugehen, dort die Buden und Schauſtellungen in Augenſchein zu nehmen, und nach all⸗ dem Glanze, all' dem Lärmen, und all' der Luſtigkeit mit Euch wieder heimzugehen, und mit Euch dann im Stillen höchſt un⸗ glücklich zu ſein.

„Trüge mein armer Mann einen Kopf auf ſeinen Schultern,“ vachte Mrs. Bute Crawley bei ſich ſelbſt, „wie nützlich könnte er ſich gerade jetzt bei der unglück⸗ lichen alten Dame machen! Er konnte ihr Bußpredigten